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12 Fragen, die du dir für deinen Blog stellen musst

Wenn dein Blog schon einige Zeit online ist, dann haben sich ein paar Routinen entwickelt und du weißt schon relativ genau, was du tust. Die anfängliche große Begeisterung und der Enthusiasmus sind ein wenig abgeflacht und du wirst Schritt für Schritt zum Profi.

Es ist ein wenig so wie eine Wohnung, in die man neu einzieht. Sie steht leer vor dir und du bist mit Vollgas dabei, es dir schön zu machen. Jedes Detail muss stimmen, du legst auf Dinge wert, die dir früher nicht mal aufgefallen sind. Aber so eine Wohnung einzurichten ist echt viel Arbeit und nach einer Zeit nervt der wiederholte Weg ins Möbelhaus merklich. Du möchtest einfach fertig werden, damit du endlich dein trautes Heim genießen kannst.

Ganz am Ende bleiben dann kleine Details auf der Strecke. Im Abstellraum hängt noch immer die nackte Glühlampe, ein kleines Stück fehlt bei der Fußbodenleiste und ein paar Bilder sollten noch aufgehängt werden. Aber du denkst dir: Das mache ich später einmal. Und dann ertappst du dich, dass ein paar Dinge nie gemacht werden. Vielleicht ist das bei deinem Blog auch so. Dafür hier ein kleiner, vielleicht ein wenig unangenehmer Fragenkatalog, was vielleicht noch offen ist:

Weiß man sofort, worum es geht?

Als dein Blog online ging, war noch nicht 100%ig klar, was das wird, daher hast du es auch nicht eindeutig auf der Homepage kommuniziert. Mittlerweile ist aber der Weg vorgezeichnet und es wird Zeit, dem Besucher eindeutig klarzumachen, was er/sie hier bekommt und was nicht. Finde einen Weg für den ersten Eindruck.

Hast du ein professionelles Look & Feel?

Das Logo hast du damals schnell selbst zusammen gebastelt, weil es für den Anfang mal reichen musste. Und du selbst hast dich natürlich daran gewöhnt und es ist ja auch ganz ok, aber für jemand Neuen macht es vielleicht einen komischen Eindruck, wenn es aussieht, als ob dein visuelles Aushängeschild in Corel Draw gebastelt wurde, mit alten Cliparts aus Word 2002. Das braucht jetzt wirklich ein Redesign.

Hast du eine Tagline?

Wie bei Punkt 1 hast du dich ein wenig gedrückt: Man weißt ja nie wo es hingeht und in einem kurzen Satz oder nur ein paar Worten kann ich meinen Blog nicht klarlegen. Doch, du kannst! Tausende andere Blogger können es auch. Es ist wichtig. Jede Marke, jedes Produkt hat eine Tagline. Ein Blick. Ein Image. Eine Botschaft. Ein wenig Hirnschmalz hat dein Blogprojekt verdient.

Sieht man dich?

Man kommt auf deine Seite und hat keine Ahnung, wer da schreibt. Menschen wollen eine visuellen Eindruck von einem Blogger, sonst könnten sie ja auch irgendein Online-Magazin mit großer No-Name-Redaktion lesen. Zeig dich. Deine Leser wollen dich sehen. Besonders die neuen. Und bitte keinen verwackelten Schnappschuss. Entweder einen Profi engagieren oder gekonnt selber machen.

Hast du eine „Starte hier“- oder „Über mich“-Seite?

Vermutlich. Gehört ja dazu, das mag ja jeder Blogger gern. Bloggen ist ein wenig Selbstverwirklichung und dann muss man schon ein wenig über sich selbst schreiben. Hast du dir schon einmal überlegt, welche Aufgabe so eine Seite hat? Es geht nicht darum, dich darzustellen, sondern den Lesern klarzumachen, warum er dich lesen soll und nicht die Millionen anderer Blogs. Daher Schluss mit Selbstdarstellung und dem Auflisten von Lebensdaten, Ausbildungen und sonstigen Qualifikationen. Das hilft deinem Leser nicht, Vertrauen zu dir aufzubauen.

Wer ist der Held?

Um wen dreht sich dein Blogprojekt? Um dich. Schreibst du, weil du „etwas loswerden willst“? Je nach Lust und Laune, wann und wonach dir der Sinn steht? Kommt der Leser in deinen Gedanken vor, wenn du Blogartikel schreibst, sprichst du ihn an, drehen sich deine Artikel um dich oder um dein Publikum? Nimm dir die letzen fünf Artikel her und analysiere, wer der Held des Artikels ist.

Gibt es Gründe, sich in deinen Newsletter einzutragen?

Irgendwo hast du mal gelesen, dass man als Blogger einen Newsletter braucht. Also hast du das mal quick und dirty gemacht. Aber irgendwie glaubst du ja nicht dran, weil eintragen tut sich niemand. Vermutlich liegt es daran, dass nicht mal du so richtig weißt, warum es so was braucht. Geschweige denn deine Leser. Somit schaffe Argumente und Nutzen. WARUM soll sich der Leser eintragen? WAS lieferst du als Dankeschön? Und WAS wirst du in weiterer Folge mit den E-Mail-Adressen anfangen?

Kommunizierst du mit deinen E-Mail-Abonnenten?

Sobald ein Leser dir seine E-Mail-Adresse geschenkt hat, gehst du gut mit ihm um? Wie heißt du ihn oder sie willkommen? Stelle dir vor, du bist auf einer Party eingeladen. Du kommst hin. Die Wohnungstür steht einfach offen, niemand empfängt dich, niemand erklärt dir das Motto, zeigt dir, wo die Getränke sind und wo das Klo ist. Niemand kümmert sich um dich, niemand freut sich, dass du da bist. Lange wirst du nicht bleiben, vermutlich.

Gibt es Gastartikel?

Auch wenn du gut bist, auch wenn du sehr gut bist, eine andere Sichtweise zu deinem Blogthema ist eine gute Idee. Also lasse andere zu Wort kommen und erweitere dadurch auch gleichzeitig deinen Leserkreis.

Denkst du über Headlines nach?

Du schreibst gerne Blogartikel, es fließt aus dir heraus und alles ist fein. Doch wenn du fertig bist, ist da noch die Überschrift, die dich immer nervt. Aber egal, die meiste Arbeit ist getan, somit wird die Headline schnell hingeschrieben und fertig. Falsch. Die Headline ist das Wichtigste. Also: Lerne, wie du Headlines schreibst!

Hast du einen Plan?

Dein Blog war ein Hobbyprojekt, ist langsam gewachsen und Schritt für Schritt größer geworden und du hast das gar nicht so richtig bemerkt. Du schreibst von einer Woche zur anderen, wenn dir mal eine Promo-Aktion einfällt, dann machst du das, wenn du einen Blog siehst, der dir gefällt, dann fragst du, ob du einen Gastartikel schreiben kannst etc. Aber eine Strategie gibt’s nicht. Schön wäre schon, mit Bloggen Geld zu verdienen, aber das ganze plätschert einfach so dahin. Auf meinem Plan steht, einen Artikel zu schreiben, wie du einen Plan machst. Kommt in Kürze.

Weißt du, warum du schreibst?

Ich denke, dazu brauche ich nicht viel schreiben. Wenn du diese Frage nicht sofort beantworten kannst, dann läuft was schief. Mache dir dein WARUM klar.

Die Essenz in 10 Sekunden

Ein Blog ist nie fertig. Lehne dich nicht zurück, sondern analysiere, denke, überarbeite, teste, optimiere und vieles mehr. Das macht einen erfolgreichen Blog aus.

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