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4 Black-Hat Taktiken, von denen du nie glauben wirst, dass sie noch immer funktionieren

Ethisch bewusste SEO-Berater und Marketer verbringen viel Zeit damit, dir zu erzählen, warum es eine schlechte Idee sei, Black-Hat Strategien einzusetzen. Wenn du Links und gesponnen Content kaufst und das System überlistest, kannst du für eine Weile erfolgreich sein aber letztendlich wird Google es dir heimzahlen. Black-Hat Methoden können deinem Erfolg schaden.

Nichtsdestotrotz übertreiben viele regionale Marketer. Sie behaupten, dass Black-Hat gar nicht erst funktioniert und verschließen ihre Augen vor den Spammern, die auf den Startseiten der begehrtesten Suchbegriffe die besten Plätze ergattern.

Ich hab bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass Black-Hat immer noch funktioniert, obwohl ich weiß, dass es die falsche Herangehensweise ist, wenn es dir daran liegt, langfristig Erfolg zu haben. Heute möchte ich dich gerne über einige Black-Hat Taktiken informieren, die, trotz dem Unglauben vieler, noch immer funktionieren. Ebenso werde ich erklären, was man als ethische Marketer daraus lernen kann.

1. Gehackte Websites

Majestic SEO veröffentlichte vor kurzem eine Fallstudie über eine Website, die es geschafft hat, gute Rankings für den hochgradig umkämpften Suchbegriff „Autoversicherung“ zu ergattern. Dabei wurde die Domain erst drei Tage zuvor registriert, bevor sie auf Googles erster Seite erschien. Die Landing-Page war komplett leer. Nichts weiter, als eine Joomla Login-Page. Das war die einzige Seite auf der ganzen Domain.

Wie schaffte es diese Seite also, den Google-Algorithmus so zu „beeindrucken“? Durch das Hacken von Websites und dem Generieren von Links durch ein Joomla Plugin!

Während dieser ganzen Zeit hatte die Seite keinerlei Inhalt und vermutlich auch grauenhafte Statistiken. Nichts davon änderte jedoch etwas an der Tatsache, dass sie fünf Tage lang auf der ersten Seite für einen der begehrtesten Suchbegriffe stand, bis sich die Nutzer letztlich direkt bei Matt Cutts beschwerten. Am nächsten Tag verschwand die Seite. Vermutlich wurde sie manuell entfernt.

Sofern du schon einige Zeit damit verbracht hast, umkämpfte Suchbegriffe zu analysieren, solltest du bereits wissen, dass diese Situation bei Weitem nicht ungewöhnlich ist. In etwas weniger umkämpften Nischen können sich solche Seiten in den Suchergebnissen oft über mehrere Wochen oben halten. Es wundert mich nicht, dass für die Löschung dieser Seiten tatsächlich manuelle Arbeit notwendig ist, anstatt die eines Algorithmus.

Also ja. Auch in der Panda/Penguin-Welt gibt es noch Seiten ohne Inhalt, die auf der ersten Seite der Suchergebnisse für hoch-umkämpfte Begriffe stehen. Und das so lange, dass die Betreiber damit erhebliche Summen verdienen können… Und sie können dies mit einem Link-Profil aus gehackten Links tun. Das ist nicht nur Spam, sondern auch illegal.

Was lernen wir also daraus? Zuerst, dass die Geschwindigkeit des Link-Aufbaus bei weitem der dominanteste Faktor ist. Diese Website hackte rund 2.923 Domains und generierte in etwas über einer Woche 127.047 Links. Abgesehen davon, dass es viele Spammer und Gray-Hat-Seos behaupten, gibt es im Googles Algorithmus nichts, was festlegt, dass viele Links, die über Nacht entstehen eine schlechte Sache sind. Je schneller du Links aufbaust, desto besser – solange sie nicht von bekannten Spam-Websites kommen und sie nicht direkt nach dem Erscheinen wieder gelöscht werden.

Für White-Hats verstärkt dies enorm die Wichtigkeit des Content-Marketings. Content, der Aufmerksamkeit erregt und schnell verbreitet wird, wird immer über Inhalten mit langsamem und gleichmäßigem Wachstum gerankt werden.
So merkwürdig es auch klingen mag – für Googles Algorithmus sieht das gehackte Link-Profil dieser Seite autoritärer aus als das von Gastbeiträgen – selbst das von renommierten Autoren.

Die meisten der gehackten Seiten hatten einen niedrigen Citation- und Trust-Flow – 34 und 21 jeweils. Autoritäts-Links nachzujagen ist noch immer keine bessere Taktik, als eine große Anzahl Links von mittelmäßigen Seiten zu generieren. Autoritäts-Links sollten eher als eine Art SEO-Absicherung funktionieren. Du brauchst beide Arten von Links, um deinen Content glaubwürdig erscheinen zu lassen. Letzten Endes ist die Anzahl der Links der Faktor, der Google mitteilt, ob du im Internet einflussreich bist oder nicht.

Ich hab bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass die Gray-Hat SEOs am meisten gefährdet sind. Der Google Panda wurde aus gutem Grund vor dem Google Penguin veröffentlicht. Journalartikel verstopften nahezu alle Suchergebnisse, während Spam in den Ergebnissen hochgradig umkämpfter Märkte dominierte – dort, wo die Nutzer bereits Spam erwarteten.

Gray-Hat SEO birgt die größte Gefahr für Google, da eine Flut aus mittelmäßigen Suchergebnissen eine größere Bedrohung darstellt, als einige wenige, mit Spam gefüllte Nischen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist folgender. Die Webseite hatte lediglich sieben Anchor-Text Variationen und 53 % der Links nutzen den exakten Begriff „Autoversicherung“. Dies zeigt dir, obwohl es klug ist, deine Anchor-Texte so vielfältig wie möglich zu gestalten, dass du dich damit nicht verrückt machen musst.

Zu guter Letzt zeigt es dir, dass es sich nicht lohnt, dich über deinen Content verrückt machen zu lassen. Diese Seite brauchte für ihre Rankings nicht mehr als eine Login-Seite mit absolut keinem Content – und zudem war sie die einzige Seite auf der gesamten Domain. Warum solltest du auch etwas Anderes erwarten? Es gibt einige echte Seiten ohne viel Content im Internet. Sie nennen sich Tools und sind zu großen Teilen für den Erfolg der größten Seiten im Web mitverantwortlich.

Für Googles Algorithmus, war diese Seite nichts weiter als ein Tool zur Kalkulation von Versicherungsbeiträgen – oder der Login zu einer privaten Community – oder vieles anderes…

Nochmal: Aktuell legen SEOs zu viel Wert auf Content – zumindest wie Content zurzeit definiert wird.

Denke einmal an die größten Seiten, auf denen du dich regelmäßig aufhältst. Wie viele von ihnen sind reine Content-Plattformen? Wie viele sind Tools, Social-Networks oder Communities? Ich wette, dass die meisten von ihnen zur zweiten Kategorie gehören.

2. Private Link-Netzwerke

Source-Waves Becker ist zu einer Art Heldenfigur für die Black-Hat-SEO Verfechter geworden und es ist nicht schwer herauszufinden warum. In einem aktuellen Beispiel zeigte er offen, wie er es schaffte, mit einer fast leeren Website für einen Suchbegriff mit 40.000 monatlichen Anfragen binnen 4 Tagen sehr gut zu ranken.

Irgendwie ist dieses Beispiel das genaue Gegenteil des Oberen. Anstatt tausende von Links zu generieren, schaffte er es mit nur 4. Das Geheimnis? Er baute ein privates Link-Netzwerk auf.

Die Idee dahinter sieht wie folgt aus: Du kaufst dir einige hoch-autoritäre Domains und nutzt diese, um Links auf deine Website zu setzen.

Und jetzt kommt die nackte Wahrheit: So wie der Google-Algorithmus momentan funktioniert, sind private Link-Netzwerke praktisch unsichtbar. Wenn du einem angeblich privatem Blog-Netzwerk beitrittst, wirst du vermutlich nicht lange große Erfolge feiern können. Aber wenn du eine Reihe von Seiten aufkaufst, diese dafür nutzt, um Links aufzubauen und dabei keine Werbung für PBN Gastbeiträge machst, wirst du damit für längere Zeit sehr gut durchkommen. Teilweise zwar nicht lange genug, um daraus eine langfristige Strategie zu entwickeln. Jedoch lang genug um einiges an Geld zu verdienen.

Tatsachen wie diese führen dazu, dass sich White-Hats demoralisiert fühlen und am liebsten das Handtuch werfen würden – vor allem, wenn sie noch nicht gelernt haben, wie man echtes Marketing für echte Kunden betreibt.

Kann ein White-Hat-Seo daraus lernen? Ja. Hierin liegt eine Strategie verborgen, über die ich oft spreche und die absolut unterschätzt ist. Die Macht der Aqkuise: Etwas, wovon Großunternehmer eine Menge verstehen. Es ist im Grunde dasselbe wie ein privates Blog-Netzwerk – nur größer, vollkommen legal und wesentlich ertragreicher.

Es ist also sehr einfach. Kaufe einfach hochwertige Blogs mit viel Traffic auf, leite die URL auf deine Seite um, und stelle den Blogger ein. Die meisten SEOs realisieren nicht, dass die meisten Influencer im Internet Probleme mit der Monetarisierung haben und du sie oft besser bezahlen kannst, als was sie selbst verdienen können. Viele Blogger wären überglücklich, wenn sie erfahren, dass eine Marketing-Agentur daran interessiert ist, ihren Blog zu kaufen und sie Vollzeit anzustellen.

Diese Strategie ist schlichtweg das Beste aus beiden Welten. Du erhältst den gesamten Mehrwert eines privaten Link-Netzwerks und zusätzlich noch ein großes Publikum, dass jemand anders für dich bereits gewonnen hat – alles in einem einzigen Rundum-Sorglos-Paket. Dies ist eine der wirksamsten SEO Marketing-Strategien und es schockiert mich, dass sie nicht öfter Anwendung findet.

Diese spezifische Fallstudie erläutert auch einige weitere Strategien, die gut in jede White-Hat Kampagne passen werden. Erstens: Die Kraft interner Links. Google scheint interne Link-“Schleifen“ zu mögen: Die Startseite verlinkt zu dieser Seite. Diese Seite verlinkt zurück zur Startseite. Es ist nichts falsch daran, dies zu deinen Gunsten zu nutzen. Einen Link unter jeden Blog Post zu setzen, der den Nutzer weiter zum nächsten führt ist ein absolut legitimer Weg, die Nutzer dazu zu bringen, weiterzulesen, und hilft gleichzeitig all deinen Seiten, höhere Rankings zu erzielen.

Ich habe es schon mal erwähnt, dass die Domain-Autorität größtenteils an internen Links gemessen wird und die Autorität einer Seite letztlich der einzige Faktor ist, der zählt, wenn es um Link-Juice geht. Domains müssen Einfluss haben… Aber ich glaube, dass dieser hauptsächlich durch das Nutzerverhalten auf der Website, sowie den Domain-Namen generiert wird. Ich habe bis jetzt noch keinen Beweis dafür gefunden, dass die Anzahl der auf deine Seite verlinkenden Root-Domains wirklich wichtig wäre – abgesehen von der Wirkung auf die Seiten-Autorität und interne Links.

Kurz gesagt: Mach es für Google einfach, deine Seiten zu finden. Vergrabe deine Links nicht in altem Archiv-Content.

Zu guter Letzt beleuchtet diese Fallstudie die Kraft ausgehender Links. Becker verlinkt zum Beispiel zu einigen autoritären Websites, um Google davon zu überzeugen, dass sein eigene Seiten kein Spamseiten sind. Ausgehende Links geben deiner Website wesentlich mehr Glaubwürdigkeit. Ich baue keine Website, ohne ausgehende Links.Wenn selbst Black-Hats dies tun, hast du erst recht keine Ausrede, mit ausgehenden Links sparsam zu sein.

3. Bezahlte Links

Es ist praktisch unmöglich, Fallstudien zu diesem Thema zu finden. Schließlich möchte niemand Geld für Links bezahlen, nur um dies der ganzen Welt in einer Fallstudie kundzutun. Andererseits gibt es aber einige Black-Hats, die Websites mit bezahlten Link-Profilen zu guten Rankings verhelfen.

In einem Experiment, erwartete die Hälfte aller Leute, die auf eine E-Mail Anfrage zum Linkbau antworteten, dafür bezahlt zu werden. Im Durchschnitt verlangten sie dafür 130 Euro. Das war einige Zeit nach dem Penguin Update. Nach der recht geringen Empörung über das Pinguin Update bezweifle ich, dass sich irgendetwas dahingehend verändert hat.

Es sollte selbstverständlich sein, dass öffentliche Link-Netzwerke keinen langfristigen Erfolg versprechen. Diese Art des Linkkaufs kann für einige Zeit einen markanten Mehrwert bieten. Solange bis die Seite abgestraft wird. Wobei aber nicht die Käufer, sondern die Verkäufer bestraft werden (ich finde es erstaunlich, dass dies nicht mehr Leute wissen). Die Käufer haben lediglich mit einer Abnahme des Werts ihrer Links zu rechnen und nicht mit tatsächlichen Strafen.

Links zu kaufen ist eine schlechte Idee, wenn du willst, dass der Wert dieser Links über längere Zeit erhalten bleibt. Das zählt auch für den Tausch von gratis Produkten gegen Links. Was lernst du also von den Black-Hats, die noch immer Links kaufen?

Für Black-Hats im Tourismus-Bereich kosten Links an die 200 Euro. Wie viel SEO-Mehrwert kannst du für dieses Geld bekommen? Könntest du einen einflussreichen Blogger für 200 Euro beauftragen, einen Gastartikel auf deiner Seite zu schreiben und so zusätzlich einen natürlichen Link generieren? Könntest du einen Fotografen oder Grafikdesigner mit großer Social-Media Gefolgschaft beauftragen, eine Grafik für dich anzufertigen und zu bewerben?Könntest du für das Geld eine Umfrage oder Studie durchführen, um neue, für dein Publikum relevante Informationen herauszufinden?

Leider hat sich die Abneigung gegenüber dem Link-Kauf sehr weit ausgebreitet. Die meisten SEOs sind nicht mehr gewillt, Geld zu investieren, um Profit zu machen. Sie vergessen, dass es ungeahnte Möglichkeiten gibt, Geld zu investieren, um greifbaren SEO-Mehrwert zu generieren. Das ist eine Tragödie.

4. Tiered Linkbuilding

Viele White-Hat-Seos werden überrascht sein, dass diese Strategie noch immer funktioniert, geschweige denn den Aufwand wert ist. In einer Fallstudie von MakeMoneyNinja wird erklärt, wie man Tiered Linkbuilding nutzt, um eine profitable Website zu starten. Der Versuch begann im September. Im Mai nächsten Jahres war die Seite noch immer profitabel. Panda und Penguin hatten scheinbar keinen Einfluss darauf.

Wie hat er es geschafft? Er trat einigen privaten Link-Netzwerken bei. Zudem hat er einige Web 2.0 Blogs erstellt und begann, diese mit minderwertigen Links zu beschießen. Er gab monatlich rund 500 Dollar für den Link-Aufbau mit dieser Methode aus und erreichte bis zu 3.000 Dollar im Monat durch Partner-Verkäufe (Affiliate Links).

Es sollte klar sein, dass dies nicht die optimale Strategie ist, um ein langlebiges Geschäft aufzubauen, aber es zeigt, dass gestapelte Links Seiten absichern können, die ansonsten keine Chance auf Rankings hätten.

Was ist die Lektion daraus? Ersten: Wenn du selbst Links aufbaust und willst, dass ihr Wert erhalten bleibt, musst du versuchen, dass dein Content viral geht. Ein Gastbeitrag auf einem autoritären Blog ist viel wertvoller, wenn er so geschrieben ist, dass er natürliche Links und Social-Media Interaktionen erzeugt. Das bedeutet, dass er lange Mehrwert bieten wird bis er von der Startseite verschwindet.

Zweitens: Es ist es immer wert, deine Inhalte auf externen Websites zu bewerben. Gastbeiträge sind nicht nur eine Möglichkeit, um Links aufzubauen. Sie sind auch eine Möglichkeit um Traffic und Glaubwürdigkeit für deine eigene Website aufzubauen. Dies kannst du beschleunigen, indem du Beiträge auf einflussreichen Websites verfasst. Wenn du zum Beispiel einen Link zu diesem Beitrag in deiner E-Mail Signatur einbaust, könntest du deine Konversions-Rate verbessern, an Autorität dazugewinnen und deinen Bemühungen langfristigen Mehrwert verleihen.

Fazit

Die spamgefüllte Welt des Black-Hat SEO ist keine Art, ein seriöses Unternehmen aufzubauen. Es gibt daraus jedoch einiges zu lernen, was in anderen Bereichen der SEO Anwendung finden kann. Man würde sich selbst schaden, wenn man diese Taktiken nicht genau studiert, auch wenn man sie nicht selber anwendet. So schockierend es auch sein mag – Black-Hat funktioniert immer noch. Wenn du etwas von der dunklen Seite lernen kannst, ohne selbst dort stehen zu müssen, wirst du ein bessere Marketer werden… Und deine Kunden werden dir dafür danken.


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