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5 Schritte in die Selbstständigkeit

Wer sich hobbymäßg im Bereich Online-Marketing bewegt, bekommt früher oder später mit, dass man damit weitaus mehr als nur Taschengeld verdienen kann. Unzählige Blogger prahlen mit ihren Blogeinnahmen, Keyworddomains werden zu Preisen verkauft, für die man sich ein Einfamilienhaus leisten könnte, und viele sogenannte “Superaffiliates” verdanken ihr öffentlich publiziertes Luxusleben ausschließlich dem Internet.

Schnell entsteht der Gedanke, ob man seine berufliche Zukunft nicht noch einmal überdenken und einen anderen Weg einschlagen sollte. Wieso das ganze Leben lang “normal” sein Geld verdienen, ohne dabei auch nur die Chance in greifbarer Nähe zu haben, dass man irgendwann ausgesorgt und von seinen Zinsen leben könnte?

So verlockend die ganze Geschichte von der Selbstständigkeit im Internet auch klingt, wohlüberlegt und lückenlos durchgeplant sollte der Schritt sein. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es ist auch im Internet nicht alles einfach verdient. Es ist viel Motivation, Kreativität, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen gefragt.

Nachfolgend möchte ich dir die aus meiner Sicht wichtigsten Schritte für die Selbstständigkeit auflisten.

1. Rücklagen bilden

Während man nebenbei im Internet Geld verdient, sollte man Ersparnisse zurück legen. Diese Ersparnisse sollten in etwa immer so hoch sein, dass man als Selbstständiger einige Monate ohne Einnahmen überbrücken kann, um evtl. einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen.

2. Einnahmen- /Ausgabenübersicht

Wenn man der Meinung ist, dass seine monatlichen Einnahmen aus dem Internetgeschäft ausreichen, um die Tätigkeit hauptberuflich ausführen zu können, sollte man alle zukünftigen Ausgaben und Einnahmen gegenüber stellen. Das sieht dann wie folgt aus:

Einnahmen:

  • Zanox, Affili.net, andere Partnerprogramme… (immer beachten, dass Partnerprogramme nicht immer pünktlich auszahlen, teilweise auf Grund unbewussten Regelverstößen garnicht ausbezahlen)
  • Linkvermietungen
  • Zinsen aus Vermögen

Geschäftliche Ausgaben:

  • Steuern (Einkommenssteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuervorauszahlungen)
  • Gebühren bei der Industrie- und Handelskammer (IHK)
  • Steuerberater (für den Anfang ganz hilfreich, aber nicht unabdingbar)
  • Server/Webspace, Domaingebühren, Internet/Telefonanschluss, sonstige Providerkosten…
  • Versicherungen (Rechtsschutzversicherung, gewerbliche Haftpflichtversicherung)
  • mögliche Kosten entstehend durch Rechtskonflikte, Abmahnungen, Urheberrechtsverletzungen
  • etc.

Private Ausgaben:

  • Miete
  • Versicherungen (Private Krankenversicherung, private Rentenversicherung, KFZ-Versicherung, Hausratversicherung etc.)
  • Auto (Benzin, KFZ-Steuer)
  • Sonstiges

Können die Ausgaben voraussichtlich nur gedeckt werden bzw. gibt es keine Überschüsse? – Finger weg! Insbesondere im Internet kann man seine Einkünfte schlecht vorhersehen. Man kann seine Geschäftsgrundlage sehr schnell durch Rankingabstürze in Suchmaschinen, rechtliche Probleme oder externe Serverangriffe verlieren. Das muss also einplant werden! Allgemein ist eine Selbstständigkeit im Internet immer mit großem Risiko verbunden, aber es gilt dieses Risiko so gering, wie nur möglich zu halten.

Wie hoch die Einnahmen nun sein müssen, hängt ganz vom Lebensstil ab. Darüber kann man keine allgemein gültigen Aussagen treffen. Ich bin allerdings der Ansicht, dass man unter 3000 Euro Brutto monatlich nur auskommt, aber nicht zukunftsorientiert auskommt. Hierbei spielt es überhaupt keine Rolle, ob man erst 16 ist oder schon 50 Jahre auf dem Buckel hat. Auch als Minderjähriger muss man hohe steuerliche Abgaben leisten. Auch als Minderjähriger möchte man später sorgenfrei leben. Auch als Minderjähriger möchte man einen gewissen Lebensstandard. Wer dieses Streben nach Erfolg anprangert, der sollte sich lieber mal die Gegenseite – die perspektivlosen, gewalttätigen Harz4-Anwärter – anschauen.

3. Risikostreuung

Es ist sehr riskant seine Existenz auf einem Webprojekt aufzubauen. Wenn schon ein Zugpferd den Lebensunterhalt sichert, dann sollte man versuchen weitere Standbeine aufzubauen, natürlich dabei sein Zugpferd nicht vollkommen vergessen. In der Regel bleibt bei bereits gut laufenden Projekten immer genug Zeit für neue Dinge. Diese Zeit sollte man effizient nutzen und sich nicht auf seinen alten Lorbeeren ausruhen.

Mit der Zeit merkt man, dass die Einnahmen unterschiedlicher Projekte sehr stark schwanken. Mit mehreren Projekten sollte man durch die Risikostreuung immer ein gesundes Mittelmaß finden.

4. Rücklagen bilden

Das Thema “Rücklagen bilden” stand schon anfänglich, allerdings sollte man diesen Punkt auch nach vorangeschrittener Zeit immer im Auge halten. Auch wenn die Gewinne in die Höhe sprießen, muss man sich immer dem “Worst Case” bewusst sein. Wer weiß, ob man in 10 Jahren immer noch die Möglichkeit hat, Geld im Internet zu verdienen. Mich persönlich motiviert auch, von wie vielen Monaten im Jahr ich von Zinsen leben kann. Ziel sollte also nicht sein, sich sein ganzes Leben irgendwie über Wasser halten zu können, sondern im mittleren Alter beruhigt, ohne Existenzangst leben kann.

5. Schweigen

Dieser Punkt muss nicht unbedingt am Ende stehen. Ich habe bereits oftmals den Fehler gemacht, meine besten Einkommensquellen zu verraten, einfach weil ich mich mit meinem jugendlichen Leichtsinn profilieren wollte. Dies schürt natürlich Konkurrenz ohne Ende. Demnach rate ich davon ab seine Verdienste in Blogs oder Foren zu veröffentlichen. Beneidet zu werden, ist zwar manchmal ein gutes Gefühl, aber weiterhelfen tut es niemandem.

Ich habe mir recht viel Zeit für diesen Post genommen. Mein Gefühl sagt mir, dass ich momentan bei der Risikostreuung, also dem dritten Punkt, angelangt bin und dies sicherlich noch ein paar Jahre so gehen wird. Wer nach diesem Beitrag Blut gerochen hat, dem kann ich nur empfehlen, es einfach auszuprobieren. Das Schöne am Online-Marketing ist doch, dass man wenig Investitionskosten hat. Geh nicht den Weg der Masse, geh deinen eigenen Weg. Macht dir bewusst, dass du nicht von einen auf den anderen Tag zum Millionär wirst, aber mach dir bewusst, dass du mit Motivation auf lange Sicht sehr viel mehr erreichen kannst

Was hast du für Meinungen? Wie viel Einnahmen braucht ein Selbstständiger monatlich brutto? Welche Zukunft hat Online Marketing? Bin gespannt.


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