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Ab wann macht ein Forum Sinn?

Foren sind eine tolle Alternative um Leser und Interessenten längerfristig an eine Seite zu binden. Gerade Seiten wie reddit beweisen, dass eine Forenstruktur immer noch viele Vorteile bietet und aktueller denn je ist. Allerdings gibt es beim Start eines Forums natürlich auch einige Grundregeln an die man sich als künftiger Admin halten bzw. die man wenigstens beachten sollte.

1. Forum Start ohne zugehörige Seite

Viele Leute, die ein eigenes Forum starten wollen werden sich das sicherlich in etwa so vorstellen, dass man die Software installiert und dann geduldig auf Besucher wartet. In meiner Jugend (hört sich komisch an, ist aber tatsächlich schon etwas her) habe ich selber das ein oder andere Forum betrieben und hatte in etwa die gleiche Erwartungshaltung.

In 99 % der Fälle dürfte man hier allerdings eine dicke fette Enttäuschung einfahren. Warum kostenlose Foren meist noch mehr enttäuschen als Foren mit eigener Domain + Webspace erkläre ich noch später, aber in der Regel wird in etwa genau diese Situation vorherrschen.

Selbst bei Forensoftware, die einigermaßen auf SEO ausgerichtet ist, wird es ohne dauerhaften Posts nichts mit den Besuchern aus der Suchmaschine. Oder kannst du dich daran erinnern, wann du das letzte mal bei deiner Suche auf einen Suchmaschineneintrag eines Forums gestoßen bist?

Natürlich gibt es diese Einträge und hier kommen wir auch zu einem großen Vorteil von Foren. In Foren wird OC, also Original Content in Reinform produziert und bei sehr aktiven Membern eine Vielzahl relevanter Longtail Keywords erzeugt.

Aber dafür braucht man natürlich eine Community mit einigen aktiven Mitgliedern, was uns wieder zum Ausgangsproblem bringt. Wie kommen wir an diese Mitglieder?

Eindeutige Vorteile haben Vereine und sonstige Gesellschaften, die sich in der Realität begegnen. Ich habe schon oft mitbekommen, dass aus solchen Situationen heraus Foren gestartet wurden und dort durch das natürliche Interesse der Vereinsmitglieder ein aktiver Forenstamm aufgebaut wurde.

Kommen dann neue Besucher ins Forum, sehen diese sofort, dass dort etwas los ist und registrieren sich viel schneller, als in einem toten Forum.

Wie löst man also nun das Problem rund um die Startschwierigkeiten eines Forums? Ich bin zwar kein Forenexperte, würde aber sagen, dass die einzige plausible Möglichkeit lautet, das Forum nicht als Hauptseite zu nutzen. Betreibt man eine Seite (vielleicht sogar eine Nischenseite) zu einem bestimmten Thema, kann man ein Forum idealerweise als zusätzlichen Support anpreisen, wo Seitenbesucher ihre Fragen loswerden können. Den “Kaltstart” eines Forums ohne jegliche Vorarbeit sehe ich daher eher als etwas kritisch.

2. Moderation

Läuft der Laden dann hoffentlich entsprechend gut, hat man als Forenadmin natürlich allerlei zu tun. Denn nichts ist schlimmer, als ein Forum mit schlechter Moderation und ohne jeglichen Support.

Wenn ich ein Problem habe und eine Frage in ein Forum posten will, dann sollte der Registrierungsvorgang inklusive der Freischaltung möglichst schnell vonstatten gehen. Muss ich erst tagelang auf die Bestätigungsmail warten, habe ich bereits das Interesse verloren bzw. die Antwort an anderer Stelle gefunden.

Zu den ritterlichen Pflichten eines Moderators gehört natürlich die Verteidigung des Forums gegen jegliche Art von Spam. Denn zugemüllte Seiten ranken nicht nur schlechter, sondern vertreiben auch alle anderen motivierten Mitglieder.

Wer also ein Forum aufbauen möchte, sollte einplanen das dieses auch erfolgreich wird und entsprechend viel Zeit in der Pflege kostet.

3. Kostenloses vs. Premium Forum

Nun kommen wir zu einem Problem, das ich eigentlich analog zu jeglichen Fragen bezüglich sogenannter Freeblogs beantworten kann. Willst du es richtig machen, dann mach’ es auch richtig.

Zum Testen mögen kostenlose Foren vielleicht etwas taugen und vielleicht kenne ich den einen oder anderen guten Anbieter auch nicht, aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich die paar Euro im Monat für komplette Gestaltungsfreiheit und jegliche fremde Bannerwerbung auszahlen.

Bei Premium Foren kann man sich dann prinzipiell immer noch zwischen zwei Alternativen entscheiden. Zum einen kann man ein Forum natürlich selber hosten (bei Host Europe zum Beispiel 😉 ) und zum anderen gibt es auch immer noch spezialisierte Anbieter für diese Zwecke.

Bei letzteren ist es natürlich praktisch, wenn automatische Wartungsarbeiten und Softwareupdates durchgeführt werden. Allerdings weiß man auch nie so recht mit wie vielen anderen Kunden man sich den Server teilt, was bei “normalen” Hostingtarifen meist angegeben ist.

Falls du nun also immer noch ein Forum registrieren willst, dann empfehle ich dir dringend auf kostenlose Varianten zu verzichten. Vor allem dann, wenn dein Projekt langfristig Erfolg haben soll.

Natürlich können kostenlose Foren auch ähnlich wie Freeblogs durchaus erfolgreich sein, doch steigen mit der Zeit und wachsendem Erfolg auch meist die eigenen Ansprüche und ein Wechsel ist meist nicht ganz unproblematisch.

4. Meine Meinung

Generell bin ich ein Befürworter von Foren und wenn ich einen klaren Mehrwert erkennen kann, dann melde ich mich auch gerne dort an. Ich würde auch gerne ein Forum für meinen Blog einrichten, um mehr auf deine Fragen eingehen zu können und gleichzeitig Leuten mit ähnlichen Problemen zu helfen. Zusätzlich kannst du dir auch noch die Meinung anderer Forenmitglieder einholen. Allerdings stehe ich selber vor den oben genannten Problemen. Es gibt hier zwar mittlerweile auch eine Menge Kommentatoren und Leser, die regelmäßig wiederkehren und die ich im weitesten Sinne als Community bezeichnen würde, allerdings weiß ich bisher noch nicht, ob sich der Aufwand lohnen würde. Hier würde mich deine Meinung dazu einmal interessieren.

5. Zusammenfassung

  • Vorteile eines Forums:
    • “Kostenloser” Content, mehr Trafficpotenzial
    • Neue Kontakte, man lernt die Zielgruppe/Community besser kennen
    • Hilfe für jedermann
    • Bindung der Leser an den Blog
  • Nachteile eines Forums:
    • Schwierig zu starten und durchzusetzen
    • Hohe Konkurrenz
    • Hoher zeitlicher Aufwand
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