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Regeln, die du für deinen Blog unbedingt beachten musst

Ich will alles sehen und ich gebe mich nicht zufrieden, wenn ich es nicht sehe. Ich definiere andere nach ihrem Aussehen, nach ihren Wert und nach ihrer Persönlichkeit. Ich beurteile Blogs. Und das nicht alleine. Jeder Besucher beurteilt deinen Blog. Innerhalb von Sekunden und meistens unbewusst. Ohne etwas dagegen tun zu können. Sofort, kritisch und von allen Seiten.

Er fühlt sich gut dabei oder gar nicht. Einfach so, ohne es erklären zu können. Ok, so arg ist es nicht. Die Dramatik ist wohl etwas zu stark ausgefallen. 😉 Aber trotzdem: Die folgenden Elemente sollte jeder Blogger beachten, um mit im Spiel zu bleiben. Um nicht zu verlieren. Um zu den Blogs zu gehören, die gerne besucht werden, eine lange Verweildauer haben, Newsletter-Abonnenten gewinnen, kommentiert und gern gelesen werden.

1. Die Message auf der Startseite

Wenn der Erstbesucher auf deine Seite kommt, muss sofort eines klar sein: Worum geht es hier? Ohne Anstrengung und ohne danach suchen zu müssen. Menschen haben es gerne leicht – vor allem beim Konsumieren von Blogs.

Zusätzlich kannst du auf der Startseite eine riesengroße Überschrift z. B. in Schriftgröße 56 unterbringen. Jeder Webdesigner würde dich fragen: “Was zum Teufel soll das?”. Aber nur, weil er das Geheimnis nicht kennt: Die Message ist bedeutsam, denn dahinter steht der gesamte Blog. Und diese sollte klar sein und klar kommuniziert werden.

2. Über uns / Starte hier rechts oben

Die “Über uns” bzw. die “Starte hier” Seite ist meist die Seite mit der höchsten Klickrate in der Navigation (auf diversen Blogs), deswegen auch “rechts oben”. Das sagt mir, dass Menschen einfach darauf brennen. Darauf brennen wissen zu wollen, wer hier schreibt. Was hier abgeht. Was sie wirklich erwartet. Die Motivation dahinter kann ich nur erahnen.

Ich persönlich mag Transparenz auf anderen Blogs. Transparenz schafft Vertrauen. Vertrauen schafft Leser. Und Leser werden zu engen Wegbegleitern. Denn mit diesen Menschen hast du im Endeffekt täglich zu tun. Und diese Menschen sollen auch wirklich an dem interessiert sein, was du tust – und nicht an einer Maske. Also gib ihnen die Möglichkeit, dich (in der Navigation) zu finden.

3. Beachte diese Design-Regeln

Hehe, schon wieder? Nein! 😉 Über diesen Punkt hab ich hier letztens wirklich ausführlich geschrieben: Blogdesign für Einsteiger! Und um nach den Kommentaren zu urteilen kommt er ganz gut an. Wenn du ihn noch nicht kennst ein unbedingtes MUST-Read!

4. Jede Seite hat den gleichen Stil

Eine klarer, durchgezogener “roter” Faden durch deinen ganzen Blog ist für die Besucher wichtig. Wieso? Versetz dich mal kurz in diese Situation rein: Du kommst auf eine Startseite, liest kurz rein und klickst dann auf einen Link. Du hast Interesse, was da jetzt kommt. Du wartest gespannt. Auf einmal sind Logo und Navigation oben weg. Du hast in dem Moment schon keine Ahnung, was los ist. Zusätzlich hat die Seite eine andere Farbe und die Schrift ist anders.

Das Vertrauen ist weg und du wirst die Seite wohl schleunigst verlassen. Oder du bist Abenteurer, liest weiter und fragst dich dann, warum es ein komplett anderer Stil ist – und verlierst dann die Liebe zu diesem Blog. Es passiert selten, aber tatsächlich passiert es. Unterseiten sehen komplett anders aus, weil sie irgendeine externe Seite einbinden. Tu es bitte nicht.

5. Zwei Arten von Seiten

Ich unterscheide eigentlich nur zwei wesentliche Seiten auf einem Blog. Einmal die normale Seite mit “Inhalt links und Sidebar rechts” und einmal die Fokus-Seite. Die normale Seite ist für Menschen da, die den Inhalt ohne großes Ziel dahinter konsumieren sollen / wollen und Zusatzinformationen in der Sidebar bekommen. Und dann auf einen weiterführenden Link klicken, kommentieren oder wieder weiter ziehen.

Die Fokus-Seite verfolgt jedoch ein ganz klares Ziel: Den ungestörten Konsum von wichtigen Texten. Alles was ablenkt, kommt weg. Keine Sidebar. Keine im Übermaß präsenten Elemente wie Logo, Navigation, Seitentitel, Fußzeile, … Für diese Seite wird ein Ziel definiert. Meistens werden dort wichtige Anmeldeformulare platziert. Und dann ist der Leser dran: Ungestört sich auf den Text einlassen und hineinfühlen. Und dann eine Entscheidung treffen: “Ja, ist was für mich” oder “Nein, überzeugt mich nicht”

6. Das Eintragefeld ist Einzelkämpfer

Was ich damit meine? Ganz einfach. Das Eintragefeld für die E-Mail-Liste muss sich von allen anderen Elemente abheben. Das darf hässlich sein. Das darf unförmig sein. Das muss nicht zur Seite passen. Aber es muss eines: Auffallen. Wirklich!

Wenn Menschen es bemerken, hast du es richtig gemacht. Ich sehe aber viele Seiten, wo es komplett untergeht. Und was in der Menge untergeht, hat bekanntlich ja kein bestehen. Heb du dich ab, und dann: Heb dein Eintragefeld ab. Ihr seid ein Team. Die besten Freunde! 😉

7. Zitate schaffen Vertrauen

Wenn du in der Vergangenheit gutes Feedback bekommen hast, zitiere dieses (natürlich nur, wenn es die Person erlaubt, von der es kommt). Diese Element wird in Fachkreisen Social Proof genannt und zeigt anderen Menschen, dass sie nicht alleine sind. Das deine Sachen Hand und Fuß haben.

Solche Zitate machen meistens Sinn wenn der Nutzer irgendeine Hürde bei dir überwinden muss. Einen Newsletter-Eintrag. Einen Kauf. You name it…

8. Aber bitte immer 16+

FSK 16. Nein, natürlich nicht! 😀 Damit meine ich die Schriftgröße. Denn es ist wichtig: Wie oben schon erwähnt: Menschen sind beim Konsumieren von Blogs faul. Auch ihre Augen. Und deswegen: Alles, was kleiner als 16px in der Schriftgröße ist, macht den Text anstrengend zu lesen. Tu deinen Lesern den Gefallen, und achte darauf.

Für Insider und Fortgeschrittene: Ich verwende oft Schriftgröße 18px (am Computer) und eine Zeilenhöhe von 28px (was ungefähr dem 1.55 fachen entspricht). Das ergibt eine wirklich gute Lesbarkeit auch bei längeren Texten.

9. Überrasche den Publikum

Setz einen oben drauf. Überrasche deine Leser. “Under-Promise and Over-Deliver”! Das macht das gewisse Extra aus. Das macht dich einzigartig. Und dafür lieben dich Menschen. Setz es gekonnt und spärlich ein. Ab und zu mal in einem Artikel. Immer in einem Produkt. Und auf jeden Fall mit einem: Zeig deinem Publikum damit, dass es dir wichtig ist – und meine es auch so.

10. Der Stil passt zu dir und deinem Thema

Wie innen, so außen. Bloggst du über ZEN oder über fernöstliche Religion, spiegle das in deinem Design wieder. Entscheide dich für ein ruhiges, entspanntes und minimalistisches Flair auf deinem Blog. Hast du ein junge Zielgruppe, die es gerne etwas aufregender hat, beachte das. Schreibst du einen Blog und motivierst du damit Leute, mehr aus ihrem Leben zu machen, zeige das auch. Wähle fröhliche, motivierende Farben. Orange und grün vielleicht?

Du checkst die Idee dahinter? Stimme deine Stimme auf dein Äußeres ab. Macht kongruenter und bietet deiner Leserschaft ein angenehmeres Gefühl bei dir.

11. Bitte um Kommentare

Viele Menschen haben das Problem, keine Kommentare zu bekommen. Das mag daran liegen, dass der Inhalt nicht wirklich am Punkt ist oder der Mehrwert fehlt. Sollten diese beiden Dinge stimmen, probier einfach mal folgendes:

  1. Frag / Bitte die Leute konkret nach Kommentaren am Ende des Artikels. Reg die Diskussion an und polarisiere mit dieser Frage leicht.
  2. Schreib deinen Bekanntenkreis persönlich an und zeig ihnen den Artikel. Wenn er ihnen gefällt, bitte sie um ein Kommentar.
  3. Verschenke was unter deinen Kommentatoren.

Probier die Dinge mal aus. Der erste Kommentar ist meistens der Schwierigste, da niemand so wirklich der erste sein mag. Sind deine Besucher aber gewohnt, bei dir zu kommentieren, wird es schon fast ein Selbstläufer.

To-Do:

  • Kommuniziere klar, worum es auf deinem Blog geht
  • “Über uns” und “Starte hier” Seite sind essentiell in der Navigation
  • Lies die Blogdesign Tipps (auch gerne nochmal)
  • Dein Stil sollte sich durch den ganzen Blog ziehen
  • Es gibt normale Seiten und Fokus-Seiten, beide erfüllen einen ganz klaren Zweck
  • Das Eintragefeld (Opt-in) muss herausstechen
  • Zitate schaffen Vertrauen
  • Wähle eine Schriftgröße, die über 16px liegt – deine Seite wird entscheidend leichter zu konsumieren dadurch
  • Überrasche dein Publikum und blogge nach dem Leitsatz: “Under-Promise and Over-Deliver”
  • Deine Message und dein Design schwingen miteinander
  • Bitte deine Leser um Kommentare

Schlusswort

Solltest du den Artikel in der Arbeit lesen – verrat mich nicht an deinen Chef 😉 Solltest du ihn einfach so lesen: Danke für die Zeit, die du mir geschenkt hast. Wenn du schon einen Blog hast: Fällt dir noch eine zusätzliche Regel ein?

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2 Kommentare

  1. Großartiger Artikel! Besonders mit Punkt 11 habe ich zu kämpfen. Zwar lesen ca. 400 Besucher monatlich meine Artikel, jedoch fehlen die Kommentar. Die Call-to-action Methode muss ich demnach unbedingt einsetzten und fange gleich hier an 😉 Bitte kommentiere doch einen meiner Artikel 🙂

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  2. Matze

    Bam. Sehr wichtige Bausteine – einfach und prägnant erklärt. Nach einiger Zeit bietet es sich bei diesem Blog echt an die wichtigsten Artikel in eine durchdachte Struktur zu bringen und leserfreundlich aufbereitet als Ebook zu verticken… ähm großzügig kostenlos zur Verfügung zu stellen ^^ Spart der Leserschaft Zeit und gibt Infos konzentriert weiter.

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