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Clicks-to-Sales Relation: Was tun, wenn sie in der Affiliate-Statistik zu hoch ist?

Vor kurzem startete ich mit einem neuen Partnerprogramm. Nach einem Monat ist doch glatt mit meinem ersten Partnerlink etwas Seltsames passiert, da gingen 26 % Höschen fast in die Hose. Der Vorwurf: Meine Klicks-to-Sales-Relation wäre in der Statistik zu hoch, also ich hätte zu viel verkauft, und solle das mal kurz erklären…

Mit Partnerprogrammen Geld zu verdienen macht Spaß. Aber nicht alle Partnerprogramme sind gleich und auch die Betreiber verhalten sich nicht immer ähnlich. Während bei dem einen immer alles reibungslos läuft, man kaum etwas hört, gibt es wieder ein anderes Partnerprogramm, da scheint fast von Anfang an irgendwie der Wurm drin zu sein. Zu letzterem Kreis scheint bei mir dieses Partnerprogramm, mit dem ich gleich mit meinem ersten Partnerlink in Probleme rauschte, zu gehören. Oder ich hatte einfach nur ein zu glückliches Händchen. Jede Medaille hat zwei Seiten und so könnte ich diese Erfahrung auch in die Schublade „Was einem alles Seltsames passieren kann, wenn man mal Glück hat und gut verkauft“ ablegen.

Zu hohe Clicks-to-Sales-Relation

Denn seltsam ist diese Erfahrung auf alle Fälle und ohne meine Google Analytics Statistik wäre ich in Erklärungsnot gekommen. So fand ich vor kurzem eine eMail von Affili.net in meinem Postfach mit der Überschrift „Bitte um Auskunft – Unregelmäßigkeiten in Ihrer Statistik“. Oha, was ist denn da los? Beim Lesen des Inhalts dieser eMail wäre ich fast rückwärts vom Stuhl gefallen, denn da stand, dass meine Clicks-to-Sales Relation im Oktober für dieses Partnerprogramm ungewöhnlich hoch ist, und ich ein kurzes Statement dazu abgeben solle, wie es zu diesen Zahlen kam. Übersetzt heißt das wohl so viel wie „Sie haben zu viel verkauft. Erklären Sie das.“

Ich habe doch gerade erst angefangen mit diesem Partnerprogramm

Das fängt ja wirklich gut an, dachte ich mir, denn im Oktober gab es überhaupt erst meinen ersten Artikel, der mit einem Link dieses Partnerprogramms versehen war. Und es gab im Oktober auch nur diesen. Also einen einzigen Link gesetzt und schon Probleme. Holla die Waldfee.

Auf der anderen Seite ist das auch wieder gut, denn so kann auch ganz einfach nachvollzogen werden, was hier „unregelmäßig“ war. Dazu braucht es die Statistik von Affili.net sowie auch Google Analytics. Denn sorry, wenn die Besucher aus einem Artikel, der sich ausschließlich nur mit dem zu verkaufenden Produkt beschäftigt, kommen, dann liegt auch nahe, dass diese kaufen wollen, wenn sie schon mal auf den Link geklickt haben.

26 % Höschen gingen fast in die Hose

Bei diesem Artikel handelte es sich um ein Höschen über das ich geschrieben hatte. Scheinbar hatten einige Leute von diesem Höschen gehört, danach gesucht und in der Suchmaschine mich relativ weit vorne gefunden (so ein Glück muss man erst mal haben). Von meinem Höschen Artikel ging es über den Partnerlink zum Anbieter und dort hat dann auch der eine oder andere zugeschlagen.

So konnte ich mit meinen Google Analytics Statistiken belegen, dass der entsprechende Artikel im Oktober fast 900 Seitenaufrufe hatte. Interessant dazu der Wert der Seitenaufrufe über Keywords (Besucher die aus der Suchmaschine kamen), der nur knapp darunter lag. Fast alle meine Besucher dieses Artikels kamen also aus der Suchmaschine, haben nach diesem Höschen gesucht. Da liegt nahe, dass sie sich auch dafür interessierten.

Fast alle Besucher kamen aus der Suchmaschine

Die Statistik von Affili.net zeigte für den Oktober für dieses Partnerprogramm 90 Klicks (zirka 10 % meiner Besucher haben auf den Partnerlink geklickt und sind damit zu diesem Anbieter gesurft) und 23 Sales. Und genau diese 23 Verkäufe, die knapp 26 % der Klicks ausmachen, waren auf den ersten Blick für dieses Partnerprogramm ungewöhnlich hoch.

In meinen Augen sind sie das nicht wirklich. Hätte ich den Link z. B. in einem Kaffee-Artikel platziert und dort gehofft Höschen zu verkaufen, dann wäre das ganz klar ein absolut unrealisitisches Ergebnis. Ebenso bei einer allgemeinen Platzierung, z. B. in der Sidebar. Aber besser als genau dieses Produkt zu beschreiben und das dann auch zu verkaufen gehts nicht. Aber auch dafür brauchte es eine dicke Packung Glück, nämlich das Glück damit in den Suchmaschinen ordentlich zu ranken und gleichzeitig auch gesucht zu werden.

Ende gut – Alles gut

Wenn wir mal weiter bei den Zahlen bleiben, es handelt sich bei den 23 Verkäufen um eine Provision, die im Gesamten bei knapp über 30 Euro liegt. Aber dennoch ist alles gut gegangen, 1 Sale wurde storniert, der Rest ist mittlerweile bestätigt. Was für einen Aufstand für eine solche Summe – die habe ich mir redlich verdienen müssen. An dieser Stelle geht mein Dank an die Mitarbeiter von Affili.net, die ein paar mal mit mir telefoniert haben, um diese “Unregelmäßigkeit” zur Zufriedenheit aller zu klären. Manche Partnerprogramme werfen einen auch einfach nur kommentarlos raus. Dieser erste Artikel für dieses Partnerprogramm hätte, ohne den Einsatz der Mitarbeiter von Affili.net, auch mein letzter sein können.

Diese Erfahrung hinterlässt aber doch einen faden Beigeschmack

Dass man im Affiliate Marketing ein Produkt mit einem Artikel richtig gut verkauft kommt nicht oft vor. Das gehört eher in die Rubrik „Glücksgriff gelungen“. So was kommt, wenn man Glück hat, im Jahr vielleicht 2 bis 3 Mal vor. Und dann auch nur bei Artikeln, die es nur für eine begrenzte Zeit gibt, zumindest nach meiner Erfahrung. Dass einem dann aber vorgeworfen wird, man hätte zuviel verkauft, und seine Verkäufe erklären muss, das habe ich zum ersten Mal überhaupt erlebt. Einen faden Beigeschmack hinterlässt diese Erfahrung in jedem Fall. Zudem kommt noch der Punkt, dass ein Kollege mir letztens erzählt hat, dass dieses Partnerprogramm über einen anderes Affiliate Netzwerk seine Sales-Rate gekürzt hat (die Provision reduziert), da der von ihm generierte Traffic nicht qualitativ ist, er zu wenig Neukunden generiert.

Alles in allem habe ich nun einen etwas faden Beigeschmack, was dieses Partnerprogramm betrifft. Ist ja schön und gut, dass sie Auffälligkeiten kontrollieren, aber irgendwo ist dann doch auch gut. Schließlich machen sie durch ihre Affiliates einen Haufen Umsatz. Bei mir ist es jetzt mal gut ausgegangen, ich habe diese „Unregelmäßigkeiten“ zum Großteil gutgeschrieben bekommen. Dafür habe ich aber ein paar Mal mit den Mitarbeitern von Affili.net telefoniert, meine Statistiken gewälzt, Screenshots gemacht und diese per eMail verschickt. Das ganze für knapp über 30 Euro… Einfach wird einem das Geld verdienen mit diesem Partnerprogramm nicht gemacht.

Last but not least

Am Ende dieses Artikels möchte ich noch hinzufügen, dass es bei Partnerprogrammen solche und solche gibt und auch einen ganz großen Bereich dazwischen. Als negativste Erfahrung durfte ich vor zirka einem Jahr den kommentarlosen Rausschmiss aus einem Partnerprogramm verbuchen, nachdem ich eine Abmahnung wegen einer Markenrechtsverletzung dieses Anbieters erhielt, die ich auf meine Seite übernommen hatte. Nach meiner Anfrage um „Freistellung“ beim Anbieter erfolgte der kommentarlose Rauswurf.

Es ist nicht alles Gold was glänzt und vor allem nicht, wenn es dabei um Geld geht. Das heißt nun aber nicht, dass Affiliate Marketing grundsätzlich schlecht ist. Es hat durchaus seine Vorteile, ich bestreite ja auch einen Teil meines Einkommens damit und habe auch mit einigen Partnerprogrammen über Jahre durchwegs nur positive Erfahrungen sammeln dürfen. Man sollte dabei nur nicht allem und jedem blind vertrauen.

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5 Kommentare

  1. Franz

    Vielen, vielen Dank in den Einblick des Geschäfts eines Affiliates. Das ist ja erschreckend: 30 Euro Provision für einen Artikel, der ein “Glücksgriff” ist. Und dann wird sogar der Merchant stutzig, weil es zu gut läuft.

    Wie laufen denn die Artikel, die kein Glücksgriff sind? Das hört sich dann eher an wie Brand-Werbung für lau, oder? Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen hier teilst.

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    • Ja, das ist schon eine wirklich seltsame Erfahrung und wenn man sich den Betrag ansieht, um den es ging, noch viel seltsamer 😉 Wobei es dem Merchant wohl eher nicht um den Betrag sondern mehr um die Sales Rate von 26 % an und für sich ging. Stell dir mal vor das wäre nicht ein Produkt von knapp unter 20 Euro Verkaufswert gewesen…

      Du willst wissen wie Artikel laufen, die kein Glücksgriff sind? Klare Antwort: Wenig bis gar nicht. 🙁 Und davon gibt es in dem Handwerk wo ich mich rumtreibe mittlerweile leider viel zu viele. Tante Google macht es solchen Projekten immer schwerer, egal ob der Content gut oder schlecht ist… immer schön hinter damit bei den Keywords.

      In den letzten Monaten habe ich die kleineren “Konkurrenz”-Projekte rauf und runter analysiert. Fazit: Die fischen alle im genau gleichen trüben Wasser. Unterm Strich kann hier nur mit Masse (der es dann ja an Qualität mangelt, sonst kriegt man die gar nicht hin) noch Geld verdient werden. Alle 100 Artikel 3 Besucher mehr oder so 🙁

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  2. Michael

    Ein sehr erfolgreiches Partnerprogramm bei mir hatte von heute auf morgen die gleichen Views und Klicks, aber sehr viel weniger Sales, bei gleicher Landingpage. Was ist passiert? Tracking geändert? Aufnahmekriterien verschärft? Oder habe ich – wie du – zu “viel” verkauft?

    Man weiß es oft nicht, und diese Intransparenz sorgt nicht immer für gute Stimmung… Klar dass sich die Agenturen nicht um alle Publisher kümmern können, aber die erkennen in ihren Statistiken ja auch was los ist und dann würde mich eine proaktive Erklärung von denen schon auch freuen.

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    • Diese Beobachtung von dir kann ich bestätigen, bzw. ist mir auch schon passiert: Gleiche Views/Clicks und auf einmal nur noch die Hälfte der Sales. Da wundert man sich schon und fragt sich, ob nicht vielleicht was “verschluckt” wird? Zudem gibt es ja auch noch Partnerprogramme, die einfach nicht persönlich mit einem kommunizieren wollen. Haben sie es nicht nötig?

      Ich weiß jetzt nicht ob ich das falsch sehe, aber liegt da nicht vielleicht einiges in der grundsätzlichen Denke von Merchants falsch? Würde mich mal interessieren wie du das siehst? Wenn ich heute etwas anbiete, z. B. als Shop, dann sorge ich doch auch für einen ordentlichen Kundenservice. Der Kunde ist mein höchstes Gut. Dieser Servicegedanke ist aber bei sehr vielen Partnerprogrammen eher als “mangelhaft” oder “ungenügend” zu bewerten. Das meine ich jetzt eher allgemein, auf kein Programm speziell bezogen.

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      • Michael

        Klar schneiden sich die Merchants damit ins eigene Fleisch. Das betreffende Partnerprogramm etwa bewerbe ich seit dem nicht mehr aktiv und das sind doch einige Leads weniger für das betreffende Unternehmen, obwohl meine Suchmaschinenposition fast gleich geblieben ist.

        Vielleicht kommen diese Leads dafür jetzt von einer anderen Contentplattform, aber wenn sie mit allen Partnern so umgehen wird dieses Konzept auf Dauer nicht aufgehen…

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