Artikelformat

Der ideale Backlink

Wie bereits im Beitrag zur Wertigkeit von Inbound-Links angedeutet, greife ich an dieser Stelle das Thema erneut auf und möchte dir einen generellen Überblick darüber geben, was denn nun ein idealer Backlink ist und wie dieser ausschaut. Ich gebe dir praktisch eine Anleitung und Tipps für einen guten Linktausch, wobei wie in allen SEO-Belangen Sichtweisen, Erfahrungen und Meinungen aufeinanderprallen. Dennoch erweist sich der hier vorgestellte Leitfaden sicherlich für den einen oder anderen Neuling auf dem Gebiet der Suchmaschinenoptimierung als nützlich und er ist für den gewöhnlichen Linktausch durchaus brauchbar.

Ziele und Sichtweisen

SEOs (die Spezies deren Vertreter meist ohne Studienplatz auskommen :D) mit Linktauschabsichten lassen sich grundsätzlich in zwei Lager einteilen. Die eine Partei betreibt eher statischen, auf den Moment ausgerichteten Linktausch – die andere Seite orientiert sich zusätzlich an langfristigen, aber schwerer zu prognostizierenden Faktoren. Welche der beiden Sichtweisen der jeweilige SEO praktiziert, hängt von folgenden Restriktionen ab:

  • Der Zielstellung des jeweiligen SEO
  • Der „Plattform-Power“
  • Dem Wissensstand
  • Der Zugeständnisbereitschaft

Die Zielstellung

Manche Vertreter der Szene betreiben Suchmaschinenoptimierung auf Teufel komm raus und sind bemüht den Linktausch unter „harten“ Faktoren zu vollziehen, sprich hier zählen die rein für die SERP-Positionierung der Suchmaschinen verantwortlichen Kriterien. Insbesondere legt man großen Wert auf einen gleichwertigen oder besseren PR (Startseite und zu verlinkende Unterseite), einer starken Domain- und IP-Pop, sowie dem Domainalter und der Seitenanzahl. Alles wichtige Google-Rankingfaktoren und Indikatoren für starke Reichweiten und Domainpräsenzen. Ziel ist es schnellstmöglich Position um Position zu steigen und den SERP-Olymp für besagte Keywords zu erklimmen. Eine durchaus effektive Methode mit der man den gewünschten Effekt erreichen kann.

Das andere Lager bedient sich ebenfalls dieser Maßnahmen, aber setzt jene nicht dogmatisch um. Es werden auch jüngere Seiten mit weniger PR und weniger Pop zum Tausch herangezogen. Ziel ist hier nicht allein und ausschließlich das kurzfristige Erreichen von Top-Platzierungen in den Suchmaschinen, sondern man verspricht sich andere Vorteile. Gerade die Langfristigkeit und das prognostizierte, zukünftige Entwicklungspotential nehmen dabei einen höheren Stellenwert ein als die Beurteilung nach aktuellen, später vielleicht nicht mehr gültigen Momentaufnahmen der Tauschseite. Auch tauscht man hier gern einmal PR0 -> PR0, weil man sich der Tendenzen nach oben bewusst ist.

Die Plattform-Power

Natürlich ist beim Linktausch die Plattform-Power ein wichtiger Machtfaktor bei den Verhandlungen um einen guten Link. Verfügt die eigene Seite über eine gewisse Marktpräsenz und Reichweite, ist der Betreiber bestrebt diese Macht einzusetzen. SEOs, die nach harten Faktoren tauschen, geben auch hier keinen Meter nach und verlangen gleichwertige Power-Seiten. Insbesondere deshalb, weil man den verdienten (oder erworbenen) PR nicht an vermeintliche „Internetleichen“ (neue Projekte deren Erfolgswahrscheinlichkeiten nicht eingeschätzt werden wollen oder können) verschenken will. Es gibt aber auch Webmaster, denen die Plattform-Power wichtig ist, diese aber nicht vordergründig für den Tausch heranziehen. Meist sucht man bereits nach ausgleichenden, anderen Dingen zur Aufwertung des Linktauschs.

Der Wissensstand

Viele richten ihr Handeln auch am Wissensstand aus. Cracks der SEO-Szene besitzen genügend Know-how für eine gezielte SERP-Optimierung der eigenen Seitenposition. Wer hier immer am Ball bleibt, kann auch auf Algorithmen-Änderungen reagieren und dementsprechend das Ranking halten oder verbessern. Die Argumente der Gegenseite sind jedoch auch nicht zu vernachlässigen. Betreibt man SEO in Kombination mit einem effizienten Online-Marketing (mehr Marketing-Wissen, weniger SEO), bestehen ebenfalls gute Möglichkeiten die eigene Plattform bekannter zu machen und die Online-Reichweite zu erhöhen. Profiwissen auf dem einen Gebiet gleicht Halbwissen auf dem anderen aus. Top-Know-how auf beiden Gebieten ist ultimativ, stellt einen aber manchmal auch vor schwere Entscheidung hinsichtlich der optimalen Strategie (ressourcenbedingt).

Die Zugeständnisbereitschaft

Einen guten Linktausch macht auch das richtige Maß an Zugeständnisbereitschaft aus. Geht man mehr Zugeständnisse ein, erhält man auch mehr Links. Mehr Links bedeuten zwar nicht unbedingt eine Verbesserung der Suchmaschinenpositionen, haben aber den Vorteil der Sichtweitenoptimierung. So ziemlich jeder SEO nutzt Backlinkchecker zur Kontrolle der Konkurrenz. Bei der Überprüfung der ausgegebenen URLs wird die Domain zunächst erst einmal wahrgenommen. Erscheint sie öfters, misst man ihr auch einen höheren Wert zu. Die Chancen auf Anfragen zum Linktausch steigen.

Dies ist nur ein Beispiel was du durch Zugeständnisse erreichen kannst. Es liegt am Einzelnen selbst, was er als adäquate Gegenleistung erachtet. Langfristig orientierte Tauschpartner sind eher bereit Zugeständnisse einzugehen. Aber auch hier solltest du Grenzen festlegen. Besonders sind Zugeständnisse beim Tausch von Startseitenlinks nicht empfehlenswert, bei Unterseiten schon eher.

Charakteristiken statischer/dynamischer Tausch

Hier noch einmal ein kurzer Überblick beider Extreme. Sie dienen dem besseren Verständnis der jeweiligen Herangehensweisen, sind teils gegensätzlich, aber schließen sich nicht unbedingt aus. Die jeweiligen Charakteristiken können sowohl positiv als auch negativ sein, abhängig von der individuellen Einstellung und Beweggründe.

Statischer Tausch

  • eher an „harten“ SEO-Kriterien ausgerichtet
  • der zeitliche zukünftige Verlauf der Seite wird nicht betrachtet
  • Basis sind Momentaufnahmen der linkgebenden Seite
  • weniger Risikostreuung durch starke Abhängigkeit von den SERP (RISIKO: GOOGLE)
  • man weiß was man „erstmal“ hat, weil man die Tauschparameter gut miteinander vergleichen kann
  • der Tausch ist relativ gleichwertig
  • spätere Ab-/ Entwertungen des Links senken die ursprünglichen Erwartungen einer Partei
  • Ansicht: starke Links bringen mehr Traffic
  • Beurteilung erfolgt anhand quantitativ messbarer Parameter

Dynamischer Tausch

  • Entschärfung der „harten“ Faktoren zu Gunsten „weicher“ Kriterien
  • der zeitliche, zukünftige Verlauf der Seite wird in die Betrachtung einbezogen
  • Basis ist das prognostizierte Entwicklungspotential der linkgebenden Seite, was allerdings mit Unsicherheit behaftet ist
  • mehr Risikostreuung durch den Einbezug weiterer Aspekte, z.B. dem Online-Marketing (RISIKO: BETREIBER)
  • der Tausch ist aus SEO Sicht nicht unbedingt gleichwertig
  • spätere, bestandsfeste Aufwertungen verschieben den Linktausch auch zu Gunsten der linkerhaltenden Seite
  • Ansicht: starke Links allein bringen noch nicht den gewünschten Traffic
  • Einbezug des Link-Umfeldes (Branche, Qualität der Plattform, Anstrengungen des Webmasters)
  • Beurteilung erfolgt auch anhand qualitativer Parameter

Der ideale Backlink

Es folgen die bedeutendsten Tauschkriterien, welche aktuell zu beobachten sind. Dabei gilt, je besser die Voraussetzungen, desto besser der Backlink.

Aus statischer Sicht

  • Der BL der linkgebenden Seite hat einen höheren oder gleichwertigen PR
  • Die linkgebende Seite hat wenig ausgehende Links
  • Der Backlink steht im Content und ist mit den relevanten Keywords verlinkt
  • Die linkgebende Seite hat selbst viele eingehenden Links
  • Es wird kein nofollow und keine Linkmaskierung verwendet
  • Die Domain- und IP-Pop ist hoch
  • Das Domainalter der Webpräsenz ist fortgeschritten
  • Die URL der linkgebenden Seite ist für die Suchmaschine auswertbar (ideal: sprechende URLs)
  • Hat die Domain eine Abwertung (Penality) erfahren?
  • Die Partnerdomain ist stark und verfügt über repräsentative Macht.
  • Der Tausch erfolgt fast ausschließlich One-Way, weniger reziprok.

Aus dynamischer Sicht

Folgende Kriterien fließen in die Beurteilung des Linkpartners und der Tauschseite mit ein und erhalten individuell mehr Beachtung zu Lasten obiger Faktoren. Dabei sollten sich folgende Fragen gestellt werden:

  • Beachtet der Tauschpartner die Anwendung der SEO-Grundlagen (Offpage/ Onpage)?
  • Wie themenrelevant ist die linkgebende Domain? Wie qualifiziert sind die Besucher?
  • Welches Entwicklungspotential hat die Domain und die betreffende Unterseite
    (SEO, Traffic, Besucherzuwächse)?
  • Was gibt der Markt her? Wie ist die Branchenentwicklung?
  • Was tragen andere Tauschpartner zum Erfolg der fremden Domain bei? Wie gut ist deren Qualität?
  • Wie „entgegenkommend“ ist der Linktauschpartner?
  • Wie intensiv pflegt der Betreiber seine Start- und Unterseiten (Aktualität, Backlinkaufbau)?
  • Ist der Text qualitativ hochwertig an Inhalt, Aussage und Performance?

Fazit

Der ideale Backlink ist als solcher nicht zu definieren und hängt in erhöhtem Maße von den Zielvorstellungen des Webmasters ab. Beide Wege können zu positiven Ergebnissen führen und sind geeignet für einen Linktausch. Wer allerdings nicht die notwendige Geduld aufwenden kann und seine Plattform mit zu vielen themenfremden, irrelevanten und billigen Links zupflastert, wird nie einen Erfolg verzeichnen. Derartige Praktiken zerstören die Botschaft der eigenen Plattform und alle Bestrebungen neue Partner und Besucher zu gewinnen, verlaufen im Sande. Halte daher die Qualität hoch – beim Tausch und beim Online-Auftritt selbst!

Bewerte diesen Artikel
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne

26 Bewertung(en), durchschnittlich: 5,00 von 5

Loading...

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.