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Was alle Anfänger übersehen: So bindest du deine Leser wirklich!

Menschen kommen und gehen auf deiner Seite. Lesen deine Inhalte und kommentieren vielleicht. Und das im allerbesten Falle über ein paar Wochen. Aber dann: Du hörst nie wieder von der Person, hast keine Ahnung wo sie hingekommen ist oder was mit ihr los ist. Hast keine Möglichkeit, diesen Leser je wieder zu erreichen. Du hast diesen Menschen als treuen Blogleser verloren, ohne etwas falsch gemacht zu haben.

Willkommen in der heutigen Gesellschaft der Reiz- und Informationsüberflutung. Wir können gar nicht anders als viele Dinge zu vergessen. Auch viele Dinge, die vielleicht wirklich gut sind und viel mehr Aufmerksam verdient hätten. Wie auch dein bestehender Blog oder den, den du gründen wirst.

Inhalt alleine bringt dir deine Leser nicht wieder

Diese Sache tut weh. Sehr weh. Während ich diesen Artikel schreibe bin ich sicher der Meinung, dass er zu den besten jemals geschriebenen gehören wird (zumindest in meinem subjektivem Empfinden 😉  ). Was würde mir der Artikel aber bringen, wenn ich keine Leute damit erreiche? Wenn schon mal hier gewesene Besucher nicht die Möglichkeit hätten, davon zu erfahren?

Was würde ein wirklich großartiges Produkt machen, ohne treue Anhänger zu haben, die fast blind kaufen? Kleiner Apple-Ausflug: Das neue iPhone wird vorgestellt und ohne wirklich Details zu kennen, werden es sich sehr viele Menschen zulegen. Und das ist in der Strategie von Apple nur dadurch möglich:

Zwinge die Leute zu ihrem Glück

Apple erreicht die Leute durch wirklich gute Produktpräsentationen, die Fernsehwerbungen danach und durch irgendwann mal gewonnene Fans. Glückliche Anhänger. Ihre Armee. Und was für Apple genau diese wichtigen Marketingkanäle sind, ist für Blogger genau nur einer. Ich meine, es gibt viele und man sollte überall zumindest präsent sein. Erstelle dir Profile auf Facebook, Twitter und Google+ und zeige deinen Leuten damit, dass du da bist. Einfach nur da bist!

Das Hauptaugenmerk sollte aber auf dieser Sache liegen. Nämlich der E-Mail Adresse. Ja, die gute alte E-Mail. So einfach. E-Mail-Marketing in Fachkreisen genannt (wobei ich Marketing einfach furchtbar unpassend dafür finde). Der Newsletter. Die Liste. Wie du sie von Amazon & Co. kennst. Wie sie überall auf Webseiten eingesetzt wird. Achte mal bei deinen täglichen Besuchen darauf, ob du wo Newsletter findest. Du wirst später in dem Artikel gut verstehen, wieso du diese als Blog-Inhaber sammeln musst.

Merke: Zwinge die Leute eben ein bisschen zu ihrem Glück. Sei nett dabei. Wenn du einen Blog hast ist es unbeschreiblich wichtig,

  • die E-Mail-Adressen zu sammeln.
  • Die Leute damit zu erreichen.
  • Sie zu erinnern, dass du existiert.

Wie schon erwähnt: Unmengen an Informationen schlagen auf uns ein. Erschlagen uns vielleicht manchmal auch etwas – im übertragenen Sinne natürlich. 😉 Und da kommt eine kurze Erinnerung ab und zu wirklich gelegen.

Wo bekomme ich E-Mail-Marketing her und welchen Anbieter soll ich verwenden?

Die gute Nachricht: Es gibt bestehende Lösungen, bei denen du dich registrieren und sofort loslegen kannst. Die Hürde loszulegen ist also sehr niedrig. Die schlechte Nachricht: Gibt es nicht. 😀 Es muss doch auch mal nur gute Nachrichten geben dürfen. Ich unterscheiden im Prinzip nur zwischen drei großen Anbietern, die alle ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Zwei davon kosten von Beginn an etwas Geld, einer davon ist kostenlos.

Alle diese Anbieter unterstützen diese Grundfunktionalitäten:

  • Menschen können sich für deinen Newsletter eintragen und bekommen eine Bestätigungs-Mail
  • Du kannst deine Liste zu jeder Zeit und mit einem Mausklick anschreiben (wenn ein neuer Artikel erscheint, wenn es News gibt, …)
  • Wenn ein neuer Blog-Artikel erscheint, kann dieser vollautomatisiert ausgeschickt werden (Achtung: Nur mit MailChimp und AWeber möglich)
  • Du kannst eine E-Mail-Serie einrichten, die aufbauend nach X Tagen automatisch verschickt wird (= Autoresponder, dazu später noch mehr)
  • Gestaltete Anmeldeformulare, die du ohne große technische Kenntnisse nutzen kannst
  • Die Systeme sind alle rechtlich sicher gestaltet und Abonnenten können sich mit einem Klick wieder abmelden

Und das sind sie:

  • MailChimp
    • Kosten: Bis 2000 Anmeldungen (= Subscriber) kostenlos mit kleinen Einschränkungen in der Funktionalität. Danach: 30$ pro Monat und weiter gestaffelt nach der Gesamtanzahl. Details hier: www.mailchimp.com/pricing/
    • Sprache: Englisch
    • Sonstige Infos: MailChimp ist einer der großen Player im internationalen Feld und bietet eigentlich jegliche Funktionalität, die man sich von einem E-Mail-Marketing Tool wünschen kann. Ist dir wichtig von Beginn an in diese Materie nur reinzufühlen und noch nichts zu bezahlen, ist MailChimp definitiv deine erste Wahl.
  • AWeber
    1. Kosten: Monat 1 kostet einen Dollar, danach bis 500 Anmeldungen 19$ pro Monat. Anschließend ist der Preis wie bei MailChimp nach Anmeldungen gestaffelt. Langfristig gesehen ist es preislich meist die beste Investition. Details hier: www.aweber.com/pricing.htm
    2. Sprache: Englisch
    3. Sonstige Infos: AWeber ist der Marktführer beim E-Mail-Marketing. Die Funktionalität ist sehr gut. Das Preis/Leistungsverhältnis ist extrem harmonisch, um nicht zu sagen: Sau gut! Hast du wirklich ernsthaft vor zu Bloggen und weißt, dass Qualität auch etwas Geld kostet -> AWeber und du wirst glücklich werden.
  • Klick-Tipp
    1. Kosten: Einen Euro musst du für Monat 1 hinlegen. Danach kosten bis 10.000 Empfänger in der Basis-Version 27 €. Sehr fair, wie ich finde. Details hier: www.klick-tipp.com/de/bestellen
    2. Sprache: Deutsch
    3. Sonstige Infos: Klick-Tipp ist eine sehr solide Lösung im deutschsprachigen Raum. Viele meiner Bekannten und Kollegen nutzen es. Für mich persönlich hat es einfach noch nicht gepasst. In einem Jahr vielleicht, aber jetzt noch nicht. Ich weiß selbst nicht warum. Wenn du es wirklich deutsch haben magst, bist du hier gut bedient. Und, ich kann dich ohne schlechtes Gewissen dort hinschicken, da es wirklich ein gutes System ist.

Das war nur ein kleiner feiner Ausschnitt drei guter E-Mail-Marketing Systeme. Es gibt unzählige mehr und es gibt bestimmt Leute, die auch mit anderen gute Erfahrungen gemacht haben. Ich kenn diese drei aber schon seit Jahren und kann sie wirklich weiterempfehlen. Jedes System hat seine Feinheiten, aber nichts was dich zu Beginn wirklich aufhalten sollte.

Hinweis: Der Wechsel im Nachhinein zwischen den Betreibern ist mit wenig Anmeldungen relativ leicht möglich. Triff also einfach eine Entscheidung. Sollte sich später herausstellen, dass es die Falsche war, kannst du immer wechseln. Wechseln, ohne Anmeldungen zu verlieren. Ohne zusätzliche Kosten. 🙂

Aber das Standard-Design der Formulare ist doch sicher schlecht?

Ja, das stimmt. Und nein, du solltest dir keine Sorgen darum machen. Viele der dort angebotenen Formulare zum Eintragen sind darauf getestet, eine hohe Conversion zu erreichen (also die Zahl von Besuchern in Relation zu den Leuten, die sich tatsächlich bei dir eintragen). Das muss nicht unbedingt hübsch sein.

Hast du einen Webdesigner deines Vertrauens, lass dir dabei helfen. Hast du den nicht, ist es auch ok. Das sieht dann nicht perfekt aus, muss es aber auch gar nicht. Du sammelst E-Mail-Adressen, und das ist wichtig!

Brauch ich nur die E-Mail-Adresse oder auch den Namen?

Meiner Erfahrung nach reicht die E-Mail-Adresse. Es ist lieb in der E-Mail den Vornamen auch zu verwenden. Ich bin aber nicht lieb 😉 Sympathie und Vertrauen zum Leser sollen ganz anders erreicht werden.

An welchen Stellen funktionieren E-Mail-Formulare am Besten?

  • Ein Anmelde-Formular auf der Startseite im oberen Bereich (also ohne dass der Besucher dafür scrollen muss)
  • Ein Anmelde-Formular in der Sidebar (also der Platz rechts neben jedem Artikel)
  • Ein Anmelde-Formular unter jedem Artikel: Ein neuer Besucher kommt, liest den Artikel und ist gefesselt. Emotionaler Höhepunkt. Dann kommt die Anmeldebox.
  • Im Inhalt direkt: Auf Seiten wie “Starte hier”, „Über mich“ oder “Dein Angebot” kannst du Anmelde-Formulate direkt im Inhalt verwenden. Wieso? Es funktioniert halt einfach gut 😉

Kurz zusammengefasst: Mach es den Leuten wirklich EINFACH.

Fachbegriffe einfach erklärt

Auch wenn ich dich technisch soweit wie möglich entlasten mag, dich also vor der Schattenseite schützen will. Hier ein paar Begriffe, über die du stolpern wirst. Stolpern, nicht fallen. Denn jetzt kannst du hier immer nachsehen:

  • Zustellrate: Das ist die Anzahl der Mails, die beim Empfänger angekommen sind. Davon abgezogen wird die Bounce Rate.
  • Bounce Rate: Die Anzahl der nicht zustellbaren Mails. Gründe dafür: Die E-Mail-Adresse vom Empfänger ist falsch oder der Anbieter des Empfängers hat Probleme.
  • Öffnungsrate: Die Anzahl der geöffneten E-Mails nach einer Aussendung. Sehr unzuverlässig, da die Messung auf einer technisch limitierten Technologie basiert (geht einfach nicht anders). Wenn du diesen Wert zuverlässig verwenden magst, messe ihn nur mit anderen E-Mail-Aussendungen von dir, nie als absoluten Wert mit Fremden.
  • Klickrate: Die Anzahl der Leute, die in einer von dir ausgesendeten E-Mail auf einen Link geklickt haben (wenn ein Link vorhanden ist).
  • Complaint Rate: Die Anzahl der Beschwerden. Kann in der Regel vernachlässigt werden. In der Regel. Und nur wenn du Mehrwert lieferst und keine unnütze Werbung aussendest.
  • Unsubscribe Rate: Die Anzahl der Abmeldungen vom Newsletter. Leute, die bewusst auf “Abmelden” klicken und deine E-Mails nicht mehr empfangen wollen.
  • Opt-In: Möglichkeit für den Nutzer, sich in deinen Newsletter einzutragen.
  • Double-Opt-In: Möglichkeit für den Nutzer, sich in deinen Newsletter einzutragen. Im Vergleich zum “Single-Opt-In” von eins darüber muss der Nutzer hierfür seine E-Mail-Adresse nochmal extra bestätigen. Achtung: Diese Bestätigung ist rechtlich wichtig und notwendig. Die gute Nachricht: Alle E-Mail-Marketing Tools unterstützen und verwenden es von Haus aus.
  • Opt-Out: Die Möglichkeit für den Nutzer, sich vom Newsletter abzumelden.
  • Spam: Ungewollte E-Mails, die meistens Werbung enthalten. Schicke keine unrelevanten E-Mails an deine Liste raus. Sollte eigentlich klar sein.
  • Autoresponder: Eine automatisierte E-Mail-Serie, die nach X Tagen rausgeschickt wird. Du kannst mit einem Autoresponder Menschen nach z. B.: 3 Tagen eine erneute Mail schicken und ihnen nochmal dafür Danken, dass sie dabei sind. Nach 5 Tage wieder was und nach 7 Tagen wieder… vollautomatisiert. Du verstehst was ich meine.

Die No-Go’s

Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. 😉 Das ist im E-Mail-Marketing gar nicht viel anders. Heißt konkret und geht gar nicht:

  • Aufdringlich sein
  • Informationen ausschicken, die nichts mit der Zielgruppe zu tun haben
  • Täglich aussenden (sei bestimmt, aber nicht nervig)
  • Schlechten Content (= Inhalte) aussenden
  • Super flashige und moderne Slider, die von allen Richtungen in die Seite kommen und die E-Mail verlangen
  • Popups (also Benachrichtigungen die von selbst kommen, wenn du auf einer Seite surfst, und in der Regel das normale Weiterlesen ohne Klick auf “Schließen” verhindern) zum Sammeln von E-Mail-Adressen. Wobei: Popups sind per se kein No-Go, sondern nur wenn sie unkontrolliert und bei jedem Seitenaufruf auftauchen.

4 Gründe warum du noch heute starten solltest

Um nicht diese furchtbare Auflistung von oben einfach so stehen zu lassen. Hier die Punkte, warum du E-Mail-Marketing unbedingt nutzen solltest:

  1. Du bist unabhängig. Sollte Facebook weg sein, hast du deine E-Mails. Sollte deine Website kaputt gehen, hast du deine E-Mails. Sollte dein E-Mail-Anbieter kaputt gehen, dann hast du hoffentlich eine Sicherung. Sollte das Internet weg sein, dann. Ähm ja. Dann helfen dir auch die E-Mails nicht mehr 😉
  2. Das Geld liegt in der Liste. Eigenartiger Spruch, der gerade im deutschsprachigen Internet-Marketer-Bereich sehr stark propagiert wird. Hat aber einen Funken Wahrheit. Einen großen Funken. Leute die in deiner Liste sind, haben dir einmal ihr Vertrauen geschenkt. Behandelst du diese Leute gut, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie es wieder tun. Entwickelst du also ein Produkt und gibst deiner Liste Bescheid, ist die Verkaufsrate höher wie wenn du nur auf der Website verkaufst.
  3. Du erreichst die Menschen, die an deinem Blog Interesse haben. Wie ganz oben schon erwähnt: Sie gehen dir nicht verloren. Du kannst sie kontaktieren, wenn du sie brauchst. Du kannst sie kontaktieren, wenn du etwas unglaublich Gutes geschrieben hast. Du kannst sie kontaktieren und ihr Leben verändern.
  4. Die gesammelten E-Mail-Adressen nimmt dir keiner mehr weg. Oben schon erwähnt, nicht oft genug betont. Es sind DEINE. Es ist dein Kapital als Blogger. Dein Wissen, deine Liste, deine Welt.

Sammle E-Mail-Adressen von der ersten Sekunde an. Alles andere wäre grob fahrlässig. Also nicht gefährlich oder bedrohlich. Wobei doch. Wenn du vom Bloggen leben willst schon.

Was jetzt zu tun ist

  • Du hast schon einen Blog:
    • Wenn dir ein E-Mail-Marketing System noch fehlt: Gehe zu einem der oben genannten Anbieter und registriere einen Account.
    • Baue das Anmelde-Formular auf allen (oder einigen) empfohlenen Stellen ein. Also: Startseite, Sidebar, unter jedem Artikel, im Inhalt von wichtigen Seiten. Sind manche Opt-Ins schon vorhanden, bessere einfach nach, wo es noch fehlt.
  • Du startest erst:
    • Gehe zu einem der oben genannten Anbieter und registriere einen Account (am besten MailChimp, wenn du Kosten sparen willst)
    • Hast du eine Website?
      • Ja: Baue das Anmelde-Formular auf allen (oder einigen) empfohlenen Stellen ein. Also: Startseite, Sidebar, unter jedem Artikel, im Inhalt von wichtigen Seiten
      • Nein: Schreibe es dir auf deine To-Do Liste für den Start. Dies sollte einer der wichtigsten Elemente sein. Dann komm ins Tun und mache den ersten Schritt noch jetzt.
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