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Perfekter Content macht Links überflüssig

Das Google Panda Update hat viele amerikanische und englische Webmaster in Angst und Schrecken versetzt. Einige Zeit später hatte der kleine Bär auch bei uns vorbeischaut und ein bisschen für Bambule in den SERPs gesorgt. Dabei verfolgt Google mit dem Panda Update ein ehrbares Ziel: Qualitativ schlechte Inhalte aus den SERPs entfernen oder zumindest verdrängen und Platz machen für qualitativ gute Inhalte.

Dieses Vorhaben führte in der Seo-Szene zu vielen Diskussionen. Wie sollten Inhalte künftig aussehen? Was muss man beim Erstellen von Inhalten beachten? Warum kann man nicht wie bisher weitermachen? Ganz klar: Google braucht gute Suchmaschinenergebnisse, um seine User bei Laune zu halten. Bessere Ergebnisse bedeuten höhere Nutzerzufriedenheit, welche man wiederum durch den Verkauf angepasster Werbung besser in bare Münze umwandeln kann. Google ist ein Konzern, der Geld verdienen will. Insofern sind die aktuellen Anstrengungen auf jeden Fall legitim und aus der Sicht des klassischen Google Nutzers auch zu begrüßen (wenn er denn etwas davon mitbekommt).

Google will nur “guten” Content

Google PandaDie Maxime lautet also nicht mehr “Content is King” sondern “Good Content is King”. Dabei stellt sich allerdings die Frage: Was ist “guter” Content? Die Antwort auf diese Frage dürfte im Auge des Betrachters liegen. Und wer ist der Betrachter? Google? Der User? Oder beide, gemeinsam in Personalunion? Es wird deutlich, dass das Thema mit dem “guten” Content nicht wirklich einfach zu bewerten ist. Denn auch wenn Google neuerdings Fragenkataloge herausgibt, die für die Inhaltserstellung guter und seriöser Seiten gelten sollen, dann muss man sich dennoch fragen, ob solche “Anleitungen” wirklich der Weisheit letzter Schluss sind. Fakt ist doch, dass Qualität in vielen Punkten von unterschiedlichen Menschen auch unterschiedliche bewertet wird.

Was dem einen hilft, kann für den anderen vollkommen nutzlos sein, auch wenn es sich um den gleichen Themenbereich handelt. So würde ein Experte auf einem Gebiet einen Text, der voll mit ihm bereits bekannten Information ist, als trivial oder nicht hilfreich erachten. Eine andere Person, die im betreffenden Bereich erst ganz am Anfang steht, findet den Text vielleicht extrem hilfreich, nützlich und total sinnvoll. Wie will man dann also objektiv bewerten, ob der Content WIRKLICH gut ist? Eben – es geht nicht einwandfrei. Dafür gibt es zu viele unterschiedliche Individuen, zu viele Meinungen, zu viele Ansichten.

Der “offensichtliche Müll” soll raus

Es steht zu vermuten, dass Google das auch (noch) nicht will. Vielmehr geht es dem Suchmaschinenprimus wohl darum, die wirklich objektiv schlechten Inhalte, die auf den ersten Blick minderwertig, zu kurz, abgeschrieben oder zu wenig umformuliert sind und wirklich keinen Mehrwert bringen, auszusieben. Davon gibt es natürlich viele, aber man kann auch schon heute davon ausgehen, dass solche Inhalte zumindest nicht massenhaft die ersten Ergebnisseiten der SERPs bei Google verstopfen.

Aber warum heißt dieser Artikel eigentlich “Perfekter Content macht Links überflüssig”?

Schaut man sich die aktuellen Entwicklungen an, dann scheint man bei Google immer mehr an dem Thema Semantik dran zu sein. Fortschritte auf diesem Gebiet wurden mit Sicherheit schon intern gemacht und wenn sie in Tests erfolgreich umgesetzt werden konnten, fließen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schon in den Algorithmus ein. Eine fortschreitende Verbesserung in Sachen Semantik bedeutet langfristig allerdings, dass Links als wichtigste Grundlage des aktuelle Algorithmus immer unwichtiger werden. Warum? Weil Fortschritte in der Semantik bedeuten, dass Google als Maschine immer besser Texte lesen und vor allem verstehen kann. Und wenn der Algorithmus soweit ist, dass er einen Text wirklich versteht – wozu sollte er sich dann noch auf Links verlassen, die auf die Seite des Textes verweisen?

Insofern ist das Streben von Google nach besseren Texten für seine Suchmaschinenergebnisse heute nur der Anfang von einer wirklich langfristigen und nachhaltigen Entwicklung. Fakt ist, dass es auf jeden Fall im Interesse einer Firma wie Google ist, WIRKLICH intelligente Software zu entwickeln und zu nutzen. Hätte man einen Algorithmus, der Texte im Internet wirklich verstehen könnte, dann wäre auch eine anschließende Bewertung durch die Maschine möglich. Und dann würde es die Suchmaschinenergebnisse, so wie wir sie heute kennen, nicht mehr geben.

Soziale Signale werden wichtiger

Bis es soweit ist bemüht sich Google weiter darum, mehr soziale Signale in sein Ranking einfließen zu lassen. Auch damit könnte man die Wichtigkeit von Links weiter abschwächen. Aktuell machen Links noch immer einen großen Teil des Rankings aus und das macht zum jetzigen Zeitpunkt auch noch immer Sinn. Fortschreitende Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz gepaart mit dem Möglichkeiten im Bereich soziale Medien könnten jedoch dazu führen, dass wir in Zukunft keine Links mehr brauchen, sondern nur noch “guten Content”.

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