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Wie bewertet man die Qualität eines Backlinks?

Spätestens nach dem Penguin Update von Google ist nun jedem bekannt: Die Qualität von Backlinks ist sehr wichtig. Um Abstrafungen zu vermeiden und gute Backlinks für die Suchmaschinenoptimierung zu erkennen, gibt es einige Faktoren, die man sich bei jedem Backlink, den man hat oder akquirieren möchte, anschauen sollte. Daher möchte ich die Metriken, die ich zur Bewertung von Backlinks verwende im Folgenden erklären.

1. Indikatoren für Penalties

Unabhängig davon ob es sich um eine starke Domain handelt ist ein wichtiger Faktor bei der Bewertung von Backlinks ob die linkgebende Domain von Penalties betroffen ist. Hier sollte man sich zuerst anschauen, ob sich die Domain im Index von Google befindet. Sollte dies nicht der Fall sein, kann man annehmen, dass die Domain deindexiert wurde. Sollte kein schwer wiegendes technisches Problem vorliegen, dann ist dies sehr wahrscheinlich aufgrund einer Penalty. Google macht dies gerne bei Domains, die Backlinks verkaufen (zum Beispiel bei Linknetzwerken). Ein nützliches Tool um solche links zu erkennen ist das Cemper Linkdetox Tool. Weiterhin sollte man sich anschauen wie der Sichtbarkeitsverlauf der Domain ist (z. B. mit Sistrix, Xovi, SearchMetrics, usw). Wenn die Domain bereits Sichtbarkeit hatte und diese immer weiter abgenommen hat, dann kann man annehmen, dass hier ein Penalty vorliegt. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn Sichtbarkeit in Suchmaschinen hängt von verschiedenen Faktoren ab (z. B. Menge des Contents oder externer Backlinks). Man sollte sich daher nur darauf verlassen, wenn man hier erhebliche Einbußen bei der Sichtbarkeit erkennen kann. Außerdem ist es in diesem Fall sogar wichtig auf den Pagerank zu achten, denn ein Pagerank von 0 und besonders -1, ist ein Indiz, das auf eine Penalty hindeuten kann. Besonders Artikelverzeichnisse und Webkataloge waren in der Vergangenheit hiervon oft betroffen. Auch hier sollte man wieder abwägen, ob die Domain Pagerank haben sollte oder ob diese noch zu jung oder zu schwach ist, um überhaupt einen Pagerank >0 haben zu können.

2. Themenrelevanz

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Themenrelevanz der linkgebenden Domain oder Unterseite. Anhand der Semantik eines Textes kann man heutzutage relativ gut ermitteln, ob sich Dokumente um ähnliche bzw. verwandte Themen drehen. Wenn ein Backlink auf organische Weise entsteht, dann ist es in den meisten Fällen so, dass das linkgebende Dokument eine gewisse Themenrelevanz mit dem verlinkten Dokument aufweist. Wenn zum Beispiel ein Blog über Tierhaltung einen Anbieter für Hundefutter verlinkt, dann ist eine Themenrelevanz gegeben. Wenn derselbe Blog einen Artikel über “Potenzprobleme bei Hunden” schreibt und einen Anbieter für potenzoptimierende Mittel für Menschen verlinkt, dann ist die Themenrelevanz weitaus geringer, weil hier nur durch das Wort “Potenz” eine Verwandschaft entsteht. Und wenn der Blog in einem Artikel über Hundetraining ein Anbieter für Kredite verlinkt, dann ist die Themenrelevanz gar nicht gegeben. Bei einem zu großen Verhältnis von Backlinks, die keinerlei Relevanz aufweisen, hat Google einen recht guten Indikator dafür, dass es sich um Linkmanipulation handelt. Backlinks mit Themenrelevanz von schwachen Domains sind daher meiner Meinung nach wichtiger als thematisch unrelevante Backlinks von starken Domains.

3. Authority

Nach meiner Definition gibt es zwei Arten von Authorities. Einmal die allgemeine Authority, die bekannte Webseiten wie z. B. Wikipedia oder Spiegel Online haben und dann noch die spezifische Authority, die für ein bestimmtes Keyword-Set bzw. eine Nische gilt (ich nenne das mal Nischen-Authority). Bei der allgemeinen Authority handelt es sich um Domains, die aufgrund von diversen Faktoren bei Google ein großes Vertrauen genießen. Zum Beispiel sind das ein qualitatives Linkprofil, viele Suchanfragen der Brand, redaktionell gepflegte Inhalte, usw. Bei der Nischen-Authority hingegen geht es um die Frage, wie eine Domain in einem bestimmten Keyword-Set aufgestellt ist. Wenn sich zum Beispiel eine Domain ausschließlich um das Thema “Tablet PCs” dreht, viele Unterseiten zu dem Thema aufweist und auch viele Rankings bei thematischen Keywords hat, dann kann man diese Domain als Authority für das Keyword “Tablet PC” sehen. Wenn man also eine thematisch passende Webseite betreibt und für dieselben Keywords ein Ranking erzielen möchte, dann sind Backlinks von dieser Domain äußerst begehrenswert. Bei der Bewertung eines Backlinks kann man drauf vertrauen, dass Verlinkungen von beiden Arten von Authorities sehr viel wert sind.

4. Backlinks von Linkverkäufern

Seit dem Google Linkverkäufern und Linknetzwerken den Kampf angesagt hat, wird es immer risikoreicher sich Backlinks von solchen Quellen zu organisieren, denn die langfristige Entwicklung von solchen Webseiten ist nur schwer einzuschätzen. Bei kleinen, mittleren und großen Webseiten ist dies der Fall, wie man an Google’s Reminder über den Verkauf von Backlinks, bezüglich der Linkverkäufe von englischen Newsseiten, erkennen kann. Wenn eine solche Webseite zu sehr übertreibt und im späteren Verlauf eine Abstrafung erhält, besteht die Möglichkeit, dass man selber das Nachsehen hat. Ich möchte hier allerdings nicht den Einkauf oder Verkauf von Links verteufeln, denn wenn dies richtig gemacht wird ist es noch immer eine sehr lohnenswerte Sache. Bei der Bewertung eines Backlinks sollte man sich allerdings die Frage stellen, ob die Linkquelle ein offensichtlicher Verkäufer von Backlinks ist, denn bei solchen Quellen ist es langfristig gesehen risikoreich Backlinks zu organisieren. Um herauszufinden ob man es mit einer solchen Webseite zu tun hat, kann man ganz einfach die Startseite des Blogs aufrufen und die ersten fünf Artikel auf externe Verlinkungen prüfen. Wenn man bei den meisten Artikeln externe Verlinkungen findet, die nicht plausibel sind, dann kann man davon ausgehen, dass es sich um Linkverkäufer handelt. Jedoch gibt es hier natürlich Sonderfälle wie zum Beispiel Magazine wie Techcrunch, deren hauptsächliche Berichterstattung auf neuen Gadgets und anderen Technologie-News basiert. Man sollte daher drauf achten, ob die externen Verlinkungen plausibel sind. Wenn zum Beispiel ein Technikmagazin wie Techcrunch dauerhaft auf Anbieter für Elektronikprodukte verlinkt, dann ist es plausibler als eine Webseite die in einem Artikel auf Hundefutter-Anbieter verlinkt und im nächsten auf Kosmetikprodukte. Bei der Bewertung eines Backlinks sollte man daher darauf achten, dass Backlinks von offensichtlichen Linkverkäufern langfristig gesehen unvorteilhaft sein können.

5. Anzahl ausgehender Backlinks bei der Domain

Seit Jahren schon nimmt die Linkpower von Social Bookmarking Portalen, Webkatalogen und Artikelverzeichnissen ab. Zu Recht, denn man konnte damit lange Zeit eine Menge Unfug treiben und mit Webseiten von minderer Qualität bessere Inhalte überholen. Google kann solche Free4All-Linkportale auf einfache Weise erkennen: durch die Anzahl ausgehender Verlinkungen im Verhältnis zum gesamten Content und der Anzahl der Unterseiten auf der Domain. Alle diese Portale haben die Gemeinsamkeit, dass fast jede Unterseite Verlinkungen auf externe Inhalte aufweist. Wenn diese Webseiten nicht über ein großes Maß an eingehenden Backlinks verfügen, kann man davon ausgehen, dass ein Backlink von solchen Quellen wahrscheinlich sehr wenig Effekt haben wird.

6. Unique Content

Auch die Einzigartigkeit des verlinkenden Contents spielt bei der Qualität eines Backlinks eine Rolle. Wenn man einen Backlink aus einem Text generiert, der vielfach im Internet publiziert wurde und von Google nicht als Originalquelle angesehen wird, ist es wahrscheinlich, dass dieser weniger Wirkung hat. Als Beispiel dafür kann man die Pressemitteilung-Submitter nehmen. Wenn man eine einzelne Pressemitteilung an 100 verschiedene Presseverzeichnisse übermittelt, dann hat dies eine recht geringe Wirkung. Wenn man hingegen 100 verschiedene Versionen der Pressemitteilung schreibt und diese an die selben Presseverzeichnisse verschickt, dann ist die Wirkung deutlich höher.

7. Linkprofil Faktoren

Ob ein Backlink zu massiven Rankingsteigerungen für die gesamte Domain führt oder ob er kaum Wirkung hat, wird von diversen Faktoren des Linkprofils der linkgebenden Domain bestimmt. Je mehr qualitative Backlinks bei der linkgebenden Domain vorhanden sind, desto mehr Linkjuice kann diese weiterleiten. Backlinks von Authorities haben daher auch eine starke Wirkung, weil diese meist über ein starkes Linkprofil verfügen. Um die Qualität eines Linkprofils zu schätzen, gibt es verschiedene Metriken die man sich anschauen muss.

Link-Popularity / Domain-Popularity / IP-Popularity

Der Begriff Link-Popularity meint die Gesamtanzahl an Backlinks, die auf eine Domain verweisen. Stark vereinfacht gesagt kann man annehmen, dass ein Backlink von einer Domain, die selber über viele Backlinks verfügt, viel Linkjuice weiterleiten kann. Allerdings kann eine einzelne Domain unendlich viele Backlinks auf eine andere setzen. Daher konzentriert sich Google schon seit geraumer Zeit eher auf die Domain-Popularity. Der Begriff Domain-Popularity meint die Anzahl an verschiedenen Domains, die auf eine Domain verweisen. Das heißt, dass viele Backlinks von einer einzelnen Domain, weniger wert sind als nur jeweils 1 Backlink von verschiedenen Domains. Aber auch die Domain-Popularity kann ein trügerischer Faktor sein, denn man kann auf einer einzelnen IP-Adresse Tausende von Domains betreiben. Daher sollte man sich auch immer die IP-Popularity anschauen. Der Begriff IP-Popularity meint die Anzahl der verschiedenen Class-C IP-Adressen, die auf eine Domain verweisen. Wenn eine Domain zum Beispiel über eine Domain-Popularity von 1000 verfügt, aber nur eine IP-Popularity von 10 hat, dann kann man sich ziemlich sicher sein, dass ein Backlink von dieser Domain wenig wert ist. Allerdings muss man hier beachten, dass heutzutage durch Shared-Webhosting und Free-Blogs es öfters mal der Fall sein kann, dass man aus dem selben Class-C Netz oder auch von der selben IP-Adresse Backlinks bekommt. Man sollte sich daher das Verhältnis anschauen und von Fall zu Fall unterscheiden.

Qualität externer Links

Unabhängig davon wie viele Backlinks eine Domain hat, ist es wichtig bei der Bewertung eines Backlinks darauf zu achten, dass die Backlinks einer Domain auch eine gewisse Qualität aufweisen. Es ist nämlich ein Unterschied, ob ein Backlink von einer Domain mit einer Domain-Popularity von 1000 kommt, die jedoch ausschließlich auf Bookmarks und Blog-Kommentarspam basiert oder ob ein Backlink nur eine Domain-Popularity von 10 hat, die aber aus qualitativen Backlinks von Spiegel.de, FAZ.de, Wikipedia und ähnlichen bestehen. Besonders sollte man auf sogenannte Bad Neighbourhood achten. Damit sind Links gemeint, die aus dem PPC-Bereich (Pills, P0rn & Casino) kommen oder aus Spam bestehen (z. B. Kommentar- und Foren-Spam). Backlinks von solchen Domains sind nicht nur wertlos, sondern können in großer Anzahl unter Umständen sogar schädigend sein.

MajesticSEO Citation Flow / Trust Flow

Vor einiger Zeit hat MajesticSEO eine interessante Metrik herausgebracht, die die Stärke einer Domain bzw. eines Backlinks visualisiert. Diese Visualisierung entsteht durch die Werte Citation Flow und Trust Flow. Diese beiden Werte basieren zwar ausschliesslich auf den Daten, die von MajesticSEO erhoben werden, aber diese korrelieren sehr stark mit der Wirklichkeit, weswegen man darauf vertrauen kann. Citation Flow misst dabei die Gesamtanzahl an Links, die auf eine Domain oder ein Dokument verweisen. Laut MajesticSEO spielt hierbei sogar die interne Verlinkung des Dokuments auf der Domain eine Rolle. Trust Flow misst hingegen die Vertrauenswürdigkeit einer Domain bzw. eines Dokumentes. Hierbei verwendet MajesticSEO ein Set von Domains, die von ihnen als vertrauenswürdig eingestuft werden. Dies basiert wahrscheinlich auf einer ähnlichen Methode wie der Google TrustRank. Das Beste an den beiden Metriken ist, dass MajesticSEO diese in einer ansehnlichen Grafik zusammenführt, was einem die Bewertung eines Backlinks erheblich erleichtert. Die Grafiken an der Seite zeigen den Trust Flow und Citation Flow der Domain Zooplus.de, die für das Keyword “Hundefutter” auf Platz 1 bei Google.de steht und von mybarf.com, die auf Platz 95 steht. Obwohl die Domain Zooplus.de onpage-technisch nicht auf das Keyword “Hundefutter” optimiert ist, kann man relativ gut erkennen warum diese auf Platz eins steht und mybarf.com auf Platz 95, obwohl diese schon eher auf den Begriff ausgelegt wurde, denn man sieht, dass Zooplus.de zum einen über viel mehr und zum anderen über weitaus qualitativere Backlinks verfügt.

Eine ähnliche Methode kann man auch bei den Cemper Link Research Tools finden, durch die Cemper Power und den Cemper Trust.

8. Anzahl der Links auf dem linkgebenden Dokument

Die Verteilung von Linkjuice basiert darauf, dass alle Links in einem Dokument, interne sowie externe, einen gleichen Anteil erhalten. Wenn ein Dokument zum Beispiel 10 interne Links und 10 externe Links aufweist, dann erhält jeder Link 1/20 des gesamten Linkjuice. Das heißt im Klartext, dass je mehr Links ein Dokument aufweist, desto weniger Linkjuice fliesst zu den einzelnen Links. Bei der Bewertung eines Backlinks sollte man daher beachten, dass auch Backlinks von starken und vertrauenswürdigen Seiten nicht unbedingt eine großartige Wirkung haben müssen, wenn man sich den Linkjuice mit vielen anderen Links teilen muss. Das gilt auch für den Fall, dass alle anderen Backlinks mit NoFollow markiert sind, da der Linkjuice trotzdem aufgeteilt wird, weswegen sogenanntes Pagerank-Sculpting nicht funktioniert.

9. Externe Links auf das linkgebende Dokument

Wenn viele Backlinks auf ein Dokument verweisen, dann fließt auch entsprechend Linkjuice auf dieses. Backlinks von solch einem Dokument übertragen daher nicht nur den Linkjuice der Domain, sondern auch den der externen Links. Aus diesem Grund sind Backlinks von der Startseite einer Domain auch meistens am stärksten, da diese über die meisten Backlinks verfügt. So ist es auch möglich die Stärke eines Backlinks zu verstärken, wenn man das linkgebenden Dokument mit weiteren externen Backlinks versorgt.

10. Position des Backlinks

Bei der Bewertung der Qualität eines Backlinks ist es seit geraumer Zeit auch wichtig drauf zu achten, an welcher Position sich der Backlink befindet. Da in früheren Jahren viel Unfug mit Footerlinks oder Sidebarlinks betrieben wurde, haben diese stark an Bedeutung verloren. Ein guter Backlink kommt daher aus dem Text des Dokuments heraus.

11. Art des Backlinks

Obwohl die Bedeutung von Anchor-Texten bei Backlinks immer weiter abnimmt, ist es heutzutage noch so, dass ein Backlink, der im Anchor-Text Keywords verwendet eine bessere Wirkung entfaltet als ein Bildlink. Unabhängig von der Nötigkeit von Diversität, kann man noch immer sagen, dass Backlinks, die Keywords als Anchor-Texte verwenden noch immer eine stärkere Wirkung haben.

12. NoFollow-Tag / Redirects

Eigentlich mittlerweile nicht mehr erwähnenswert, aber aufgrund der Vollständigkeit hier dennoch genannt: NoFollow-Links leiten keinen Linkjuice weiter. Nichtsdestotrotz wird gemunkelt, dass NoFollow-Links von vertrauensreichen Webseiten wie zum Beispiel Wikipedia, dennoch nützlich sind, weil sie über einen hohen Trust verfügen. Bei Weiterleitungen hingegen muss man unterscheiden. Handelt es sich um eine Weiterleitung, die mit 301-Redirect, 302-Redirect, Meta-Refresh oder JavaScript funktioniert? Während die letzten drei Methoden keinen Linkjuice weiterleiten, ist es bei der 301-Weiterleitung der Fall. Um herauszufinden mit welcher Art von Redirect man es zu tun hat kann man einen Redirect Code Checker verwenden.

2 Kommentare

  1. Hey super zusammen gefasst, leider sehe ich das Bild von majestic in der mobilen Ansicht nicht. Vielleicht kannst du das noch ändern?

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  2. Ich nutze als erste Instanz immer Majestic. Wenn der erste Eindruck dort nicht stimmt spare ich mir die Zeit für weitere Untersuchungen.
    Super Zusammenfassung und da das Linkprofil dieser Website stimmt würde ich gerne einen Backlink da lassen 🙂

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