SEO Start: Wann genau sollten Unternehmen mit SEO starten?

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SEO muss schon sehr früh im Marketing-Prozess beginnen, denn SEO betrifft das ganze Unternehmen. Doch wie genau sollte man beim SEO Start vorgehen?

Nachfolgend wirst du erfahren, was du alles beachten musst, bevor du mit dem SEO starten solltest und natürlich, wann du mit dem SEO starten solltest.

Typisch aber falsch!

Das typische Szenario sieht leider so aus, dass nach der Produktentwicklung (der hoffentlich eine Zielgruppenanalyse vorherging) eine Kreativabteilung oder Agentur mit dem Ausarbeiten der „Werbung“ beauftragt werden, wozu in vielen Köpfen auch eine Webseite im Sinne eines „Digitalen Schaufensters“ gehört.

Erst wenn sich alle Kreativen ausgetobt haben, wird die Technik über die Inbetriebnahme informiert und dann fällt irgendjemandem im Team ein – „Achja – diese SEO müssen wir ja auch noch machen“,… Nur bleibt dann keine Zeit für gutes Online-Marketing mehr. Und wer keine Zeit hat, braucht entweder viel Geld oder viel Glück.

Traurig aber wahr: So wie in der Softwareentwicklung jede eingesparte Stunde im Planungsprozess später in der Entwicklung Wochen oder Monate an Aufwand kosten kann, ist es auch in der Suchmaschinenoptimierung und dem Online-Marketing im Allgemeinen.

Nur wer begreift, wie tiefgreifend die Maßnahmen im Online-Marketing mit dem ganzen Unternehmen verwoben sind, wird verstehen, wie früh an SEO gedacht werden muss. Man beginnt einen Keller ja auch nicht auszuheben, nachdem das Haus steht. So ist das im Marketing aber heute leider immer noch oft. (zuletzt gesehen bei einer großen Fernsehsendergruppe und einem bekannten Softwareunternehmen…).

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Zielgruppendefinition

Noch während der Produktentwicklung wird hoffentlich für eine definierte Zielgruppe geplant und entwickelt. So wie hier bereits oft die Kundensegmente bekannt sind, kannst du bereits mit der Analyse der Sprache der Zielgruppen beginnen.

Im Fachjargon betreibt man die technische Keyword-Analyse, um die richtigen Suchwörter zu finden, von denen man glaubt, dass die Zielgruppe sie verwenden wird, um zu einem Produkt zu finden, das man gerade entwickelt.

Diese Suchwörter sind meist nicht so trivial wie es zuerst scheint. Genauso ist herauszufinden, ob für das jeweilige Produkt vielleicht spezielle Fachbegriffe verwendet werden. Wer sollte das besser wissen als die Produktentwickler oder die Fokusgruppen, die du sowieso befragst?

Leider wird diese Suchwort-Analyse erst zu einem so späten Zeitpunkt und so weit weg vom Produktteam gemacht, dass die Ergebnisse nur suboptimal sind. Deshalb verbrennst du dann erstmals Geld, um rauszufinden welche Suchbegriffe nichts bringen.

Wenn du z. B. in einem B2B-Segment Aluprofile an Hochbau-Architekten fertigen und vermarkten sollst, stellt sich hier schon sehr früh heraus welche Werbeplattformen als mögliche Partner herhalten können, ob es überhaupt Sinn machen wird, einen Twitter und Facebook-Auftritt für das Produkt zu machen (wohl kaum für die Aluprofile, aber vielleicht für den neuen Super-Ergo-Schreibtischsessel?) und welchen Nutzen eine eigene Marketingwebseite überhaupt hätte, wenn es doch z. B. schon ein umfassendes Infoportal gibt, in das man integrieren kann.

Wenn es doch eine Domain zu registrieren gäbe, auf der vermarktet werden soll, so kann dies unter Umständen Monate oder Jahre vor der Konkurrenz passieren – inklusive vieler Varianten die sonst wettbewerbsschwächend von anderen registriert werden könnten. Auf Basis der Keyword-Analyse ist das ein Kinderspiel und trägt Mehrkosten in Portokassenniveau mit sich, für einen enormen Startvorteil – nicht zuletzt die Möglichkeit die Marketingwebseite in Ruhe vorzubereiten.

Produktentwicklung

Denke über die Vermarktung nach, bevor es das Produkt gibt, so können selbst vermarktungstaugliche Maßnahmen bereits in die Produktentwicklung einfließen.

Ein Beispiel dafür ist, dass bereits zum Zeitpunkt der Entwicklung viele interessante Fallstudien, Untersuchungen oder „Nebenprodukte“ entstehen, die zu einem späteren Zeitpunkt perfekt für die Vermarktung genutzt werden könnten.

Bei jedem Filmlaunch gibt es vorher und nachher ein „Making-Of“ in irgendeiner Form. Nutze die Zeit der Produktentwicklung um „Dein“ Making-Of, in Form von Text, Bildern oder selbst Videos einer Zeitrafferkamera des Büros zu entwickeln. Die Zeit spielt für dich und die Ergebnisse sind bei dem eigentlichen Produktlaunch Gold wert.

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Webseite zur Vorankündigung

Du bist mit deinem Produkt noch lange nicht fertig, aber was hält dich davon ab Marketing und SEO zu betreiben? Wenn du laut obigen Schritten bereits eine Domain hast, dann stelle den Interessenten doch Infos zur Verfügung.

Sammel gleichzeitig E-Mail Adressen oder Facebook-Freunde (je nach Branche) und du erhältst eine Zielgruppe, die du noch lange vor dem ersten Google-Ranking erreichen kannst. Vergiss auch nicht sofort ein richtiges Tracking und Web-Analytics aufzusetzen, damit du wichtige Quellen, Meinungsmacher und potentielle Marketing-Partner für die Zukunft JETZT schon identifizierst.

So ganz nebenbei kannst du erwarten, dass die „Early Adopter“ Zielgruppe deren E-Mail du jetzt hast, besonders empfänglich für deine Inhalte oder Produkte sind. Bringt nichts? Ein Klick aus einer solchen E-Mail bringt im Durchschnitt eine bis zu 20fache Verkaufsperformance als ein gleichwertiger Klick aus den Suchergebnissen. Lass solche Startvorteile nicht auf der Strecke!

Sende deinen Interessenten bereits frühe Onlinefragebögen um wertvolle Inhalte für deine Produktentwicklung zu erhalten. Wenn es sein muss, mach das öffentlich auf Facebook oder anderen Plattformen – je nach Branche.

Nimm dir dazu Apple als Beispiel – die Vorfreude ist die schönste Freude und der Tag des Verkaufsstarts führt regelmäßig zu kilometerlangen Schlangen vor den Shops – einfach, weil Kunden schon „aufgewärmt“ wurden. Die Leute die später aus der Zeitung erfahren, dass es schon wieder ein neues iPhone gibt, sind nicht die, welche in der Schlange gewesen sind.

Status Quo: SEO – Kein Produkt aber schon Google Rankings?

Du kannst erwarten, dass du durch korrekte Nutzung von SEO und Online-Marketing zum Verkaufsstart nicht nur bereits treue Interessenten, sondern auch eine funktionierende Webseite und Rankings hast. Ganz ohne Stress und zu viel geringeren Kosten.

Du hast mit einfachsten Mitteln bereits einen Startvorteil von Monaten gewonnen. Die Partner im Medien- und Blogbereich haben zu diesem Zeitpunkt vielleicht schon über dich geschrieben und Links gesetzt, die du sonst erst viel später erhalten hättest – wenn überhaupt.

Bedenke, dass du verschiedene Arten der Produktpräsentation, Featurelisten und Produktbeschreibungen schon vor Verkaufsstart erstellen musst. Was spricht dagegen hier an der obigen Zielgruppe schon in Form von A/B Tests, die dich quasi nichts kosten, rauszufinden welche Formulierungen besser funktionieren? Die Landingpages können hier erstellt werden und für verschiedene Kundensegmente optimiert werden (z. B. Altersgruppen oder Branchensegmente).

Die besten Seiten werden in Zukunft deine Ziele der Optimierung und Werbekampagnen sein. Statt einem Blindflug gehst du mit auf den Kunden optimiertem Material auf den Markt.

Der Verkaufsstart

Andere haben zum Verkaufsstart gerade den Stress eine Webseite online zu stellen und dem SEO Bescheid zu sagen, du aber hast bereits eine ganze Community und eine in Google gut gelistete Website. Jetzt kannst du aus dem Vollen schöpfen und alle Register ziehen.

Gewähre deinen frühen Interessenten einen Einführungsrabatt oder Treuebonus und es wird dir gedankt werden – mit Tweets, Links, euphorischen WOW-Meldungen zu dem neuen Produkt oder einfach nur guter Presse.

Als ich das letzte Mal diese Strategie fuhr, entstammten sämtliche Benutzermeinungen zum Produkt den ersten zwölf Stunden nach dem Verkaufsstart, in denen über 400 Kunden das Produkt bereits verwendet haben. In diesem Fall war es aber nur eine kleine Firma und nicht Apple.

Du kannst auch schon Testberichte veröffentlicht sehen, die auf Basis von Testmustern von ausgewählten Plattformen erstellt wurden. Die Formulierungen die du bereits bei der Zielgruppendefinition gefunden hast, sollten Inhalte der Kontaktanfragen an die Redaktionen und Briefings für diese Tests sein. Bei der oben erwähnten kleinen Firma waren das ausgewählte Experten die ich als Beta-Tester eingeladen habe.

Mit der bereits lange funktionierenden Analytik und dem Konversionstracking siehst du bereits zum Verkaufsstart welche Produktvarianten oder Anzeigen gut funktionieren. Stoppe die „Verlierer“ so früh wie möglich und erstelle neue Werbemittel so schnell es geht.

Bringt nichts, ich hab keine Produktentwicklung!

Natürlich werden einige jetzt denken – alles Unsinn, wir haben ja keine Produktentwicklung.
Falsch, jedes Unternehmen hat Verkaufszyklen die in irgendeiner Form einem Produktentwicklungszyklus ähnlich werden. Überall wo es Produktinnovationen gibt, ist dieser Prozess anwendbar.

Du verkaufst Digitalkameras verschiedener Hersteller online? Wunderbar – kümmere dich darum, dass du bei deinen Lieferanten (noch mehr) entsprechende Vorabinfos bekommst und binde deine Stammkunden mit ein – die E-Mail Adressen hast du. Auch DU kannst kommende Produkte ankündigen und davon profitieren.

Du bist eine Rechtsanwaltskanzlei und hast keine Produkte? Falsch, Du bist das Produkt. In welcher Form auch immer: Stelle deinen Kunden Innovationen bereit. Ob das ein Newsletter zu Änderungen im Immobilienrecht ist, ein neuer Kollege der in der Kanzlei startet und zum Kennenlernen ein paar Gratis-Beratungsstunden gibt oder ob du gar eine Housewarmingparty nach dem Kanzleiumzug machst – auch hier gibt es Innovation und Veränderung.

Du bist ein IT-Unternehmen, das Infrastruktur und Dienstleistungen dazu verkauft? Wunderbar. Ein Making-Of-Video zu einer Großinstallation könnte z. B. Wunder wirken, wenn es richtig vermarktet wird. Im obigen Beispiel mit der kleinen Firma habe ich übrigens auch nur eine Funktionserweiterung vermarktet.

Fazit

SEO ist mehr als eine korrekte Webseite und künstliche Links. Der gesamte oben beschriebene Prozess findet bei den meisten auch nicht durch eine SEO Agentur geleitet statt. Das ist schade, denn auch wenn die SEO Agentur nicht alles durchführen muss, so kann sie wohl in jedem einzelnen Prozessschritt beratend so eingreifen, dass aus Kleinigkeiten und Nebenprodukten WOWs bei deinen Kunden oder Interessenten entstehen.

Die Angst hier etwas falsch zu machen ist vielleicht noch groß, denn der Konkurrent macht das ja auch nicht. Herrlich, denn genau darüber liest du am besten in meinen Artikel SEO Konkurrenzanalyse. Denn hast du erst einmal gelernt der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein, dann bist du der beste und erfolgreichste am Markt.

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