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Textoptimierung: Wie sinnvoll ist es Texte für Google zu schreiben?

Wer jetzt denkt, ich liefere hier eine Zahl für die optimale Keyworddichte, den muss ich leider enttäuschen. Die habe ich nicht. Ich weiß, der nächste SEO Blog ist nur ein paar Klicks entfernt. Die kannst du dir aber ersparen lieber Leser, denn wenn du dort die gesuchte Zahl findest, dann könnte es sein, dass man dir einfach nur ein nettes Tool verkaufen will mit dem du die Keyworddichte deiner Texte schnell ermitteln kannst.

Diese Weisheit stammt nicht einmal von mir, nein noch besser, von Matt Cutts, dem Oberhaupt des Google Spam-Teams. Die Frage nach der optimalen Keyworddichte hat er nämlich schon einmal beantwortet in dem Video, das ich am Ende des Beitrages verlinkt habe. Du willst Texte für Google schreiben? Vergiss die Keyworddichte, schreibe Texte für deine Leser, denn genau das sind Texte für Google. Warum das so ist und so sein muss, wirst du gleich erfahren.

Was ist die optimale Keyworddichte für Webtexte?

Wie oft sollte ich ein Keyword in einem Text verwenden? Dazu kursieren in der SEO-Szene verschiedenste Meinungen. Die einen sagen eben genauso wie ich, dass das Berücksichtigen einer gewissen Keyworddichte Quatsch ist, andere geben zwischen 2 bis 5 % an. Einig ist man sich aber, dass eine Dichte von 8 % in den sicheren Tod führt, sprich in eine Abstrafung durch Google. Bei vielen Texterbörsen wie Content.de und Textbroker.de wird immer noch bei vielen Textaufträgen eine einzuhaltende Keyworddichte angegeben. Diese sollte man beim Vergeben von Aufträgen leer lassen oder möglichst niedrig halten, so das auf semantische Keywords abgezielt wird.

Warum ist Schreiben nach Keyworddichte Quatsch?

Dafür gibt es einen hoffentlich für alle einleuchtenden Grund: Google ist die größte Suchmaschine, will das auch bleiben und möchte und muss folglich den Suchenden Qualität liefern, also Texte die genau das beinhalten, wonach der Mensch gesucht hat, Texte die gerne gelesen werden und Mehrwert für den Leser bieten. Und das sind nicht die Texte, wo jemand krampfhaft versucht, ein Keyword x-Mal unterzubringen. Schon eine Keyworddichte von 2 Prozent ist meistens schwer zu erreichen, ohne dass der Text unnatürlich wirkt.

Wenn ich mir so meine Artikel mit den besten Rankings und den meisten Besuchern anschaue, dann liegt da die Keyworddichte eher unter 2 Prozent. Der Fachbegriff für die häufige Verwendung ein und des selben Keywords nennt sich übrigens “Keyword Stuffing”. Mag sein, dass in den Anfangszeiten der Suchmaschinen die Keyworddichte wichtig war, weil zum einen die Algorithmen für die Bewertung der Dokumente noch nicht so ausgereift waren und zum anderen auch nicht die Rechenleistung und der Speicher für mehr vorhanden waren. Inzwischen sind wir aber an einem Punkt angekommen, wo Google den Menschen bei der Dokumenten-Bewertung doch ganz gut nachbilden kann und die Algorithmen immer ausgefeilter werden.

Texte für Google sind Texte für Menschen

Und wie sehen diese Texte dann aus? Wo verwende ich denn mein Keyword? Gar nicht? Gar so radikal muss es nicht sein und soll es nicht sein, schließlich lassen wir ja auch beim Reden nicht die wichtigsten Wörter weg. Das ginge dann wieder in die falsche Richtung, auch wenn Google da durchaus in der Lage sein könnte, dennoch zu verstehen um welches Thema es geht (Stichwort: Semantische Suche).

Im Gegensatz zu Texten in Printmedien werden Webtexte in der Regel nicht ganz durchgelesen, sondern gescannt. Der Leser will schnell erfahren, ob er hier die gesuchten Informationen erhält. Besonders wichtig sind hier die Überschrift und weitere Unter-Überschriften und der Teaser, womit der erste Absatz zu Beginn des Textes gemeint ist, der den Inhalt des Textes kurz und präzise zusammenfassen sollte. In einem guten Webtext findet man die wichtigen Informationen zu Beginn des Textes.

Diese Methode ist übrigens auch aus dem Journalismus bekannt, hier nennt man das Ganze “inverse Pyramide”. Der Sinn der Sache ist, dass Texte die in Printmedien erscheinen sollen, leicht gekürzt werden können, indem einfach ein Stück am Ende des Textes entfernt wird, um so den Artikel in ein fest vorgegebenes Layout unterbringen zu können. Dieses Platzproblem haben wir ja als Webseitenbetreiber im Internet nicht.

Nicht nur der Leser, sondern auch Google scannt die Texte und geht die nicht bei jedem Besuch deiner Webseite vollständig durch, denn auch Google hat durch die Unmenge an existierenden Webseiten ein Zeit- und Speicherproblem und muss entscheiden, welche Änderungen und Neuerungen an den Webseiten wichtig sind.

Wo bringst du folglich am besten deine Keyword unter?

Du verwendest am besten dein Keyword in der Überschrift und gliederst den Text in Abschnitte mit Unter-Überschriften, wo du auch deine wichtigsten Begriffe verwendest und auf jeden Fall im oberen Teil des Textes. Wobei man auch hier darauf achten sollte, das Keyword nicht zu häufig zu nutzen und auch mal Abwandlungen und Synonyme zu verwenden. Ist die Webseite SEO-technisch gut optimiert, dann wird auch eine passende URL und ein Seitentitel generiert, so dass auch hier das Keyword auftaucht.

Es bleibt dann noch die Metadescription zu füllen, denn diese erscheint unter Umständen in den Suchergebnissen als Beschreibung. Auch hier solltest du wie beim Teaser den Inhalt des Textes treffend beschreiben – dieses Mal allerdings mit nur zirka 150 Zeichen – und kannst auch dein Keyword in irgend einer Form unterbringen. Natürlich darfst du dein zu optimierendes Keyword im gesamten Text nutzen, solange die Häufigkeit natürlich wirkt.

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie man am besten gute Webtexte schreibt, dem empfehle ich das Buch “Professionelle Webtexte” von Michael Firnkes und für diejenigen, die verstehen wollen wie Google Webtexte für die Suche bewertet, und sehr viel SEO-Theorie vertragen, das Buch “Suchmaschinen-Optimierung“ von Sebastian Erlhofer. Und hier das zu Beginn versprochene Video von Matt Cutts zu diesem Thema, der klipp und klar sagt: Keyworddichte ist Quatsch! Aber sieh selbst:

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