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Der unique Content der gar nicht unique ist…

In SEO Kreisen hat sich herumgeschwiegen dass Google viele viele Seiten mag und dass “unique content” der King ist. Soll heißen, Suchmaschinen mögen guten Inhalt der nur einmal vorkommt – deswegen unique, einmalig. Tut dem Leser gut und bereichert das Internet. Der einmalige Content, einmalig auch im Sinne von gut, ist also das Wasser in der (Internet) Suppe. Das ist gut.

Was manche SEOs unter unique verstehen

Da sind aber SEOs die “unique content” so verstehen, dass dieser eben nur einmal vorkommt, deswegen “einmalig”. Wenn man also ein einziges Wort ändert ist der einmalige Content schon zwei mal vorhanden. Also zweimal einmalig. Kann man also als zwei Artikel ansehen, jeder ist also für sich einmalig, da er buchstäblich nur einmal vorkommt. Der andere einmalige Content ist schon nicht mehr der Gleiche.

Nun, dass “SEOs” nur ein Wort ändern ist tatsächlich nicht der Fall. Man spricht eher von überwiegend gleich (aber vom Prinzip her sind sie wohl gleich). Lustig wird die Sache wenn der “einmalige Inhalt”, also der “unique Content”, mit Scripten oder Programmen in hunderte von “verschiedene” Artikel verwandelt wird. Geschickt die Wörter ersetzt und angepasst, hat man also den “einmaligen” Content zigfach kopiert. Ziel ist es natürlich in hunderten von Blogs, Foren, Artikelverzeichnissen diese zu veröffentlichen, Backlinks oder Besucher für seine Webseite zu erhaschen. Womöglich hat man sogar ein Netzwerk von zig oder hunderten Domains, auf denen allen der “einmalige”, der “unique” Content in tausendfacher Ausführung der Einmaligkeit veröffentlicht wird. Das ist schlecht.

Warum man mit dieser Art von Artikel-Spam nicht weit kommt

Der Leidtragende ist der Nutzer der im Prinzip den so genannten “unique Content” in tausendfacher Form einmalig bekommt. Erbost reagieren solche Webmaster wenn man sie als Suchmaschinenspammer bezeichnet. Wie dann, wenn nicht so? Wenn man jeden Artikel in mehrere hundert Artikel spinnt, da kommt man locker auf zig tausend Seiten auf seinen Domains. Und das ist für sie gut, denken sie, denn Google liebt eine große Zahl an Seiten mit “uniquem Content”…

Dass Google mit “unique” diese Form gar nicht meint und sehr wohl solche Internetspammer herausfiltert, bzw. in den Suchergebnissen nach hinten abstraft, kommt denen gar nicht in den Sinn. Nur in den Foren hört man sie manchmal leise wimmern “ich bin in den SERPs abgerutscht, keine Ahnung warum…”

Dabei würden sie mit einem alten Spruch leichte weiterkommen: “Weniger ist mehr…” So veschießen sie massenweise SEO-Pulver und merken nicht, dass nur jeder tausendste Schuss ein Treffer ist. Besser zielen und ruhiger angehen, würde sie eindeutig schneller weiterbringen. Also lieber einen Artikel zehn mal spinnen und dann einen neuen Artikel zehn mal spinnen und so weiter. So hat man noch recht unique Content, durch den man auch keine Abstrafungen zu befürchten haben muss.

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1 Kommentar

  1. Vladimir

    Beobachte die SEO-Szene seit einigen Jahren. Waren es einst Doorway Pages, mit denen Websites künstlich aufgebläht wurden, so sind es heute Seiten mit gespinnten Texten, mit denen das Web vollgemüllt wird. Eigentlich ist es nur ein Wettrüsten, bei dem auf der einen Seite der Front die großen Suchmaschinenbetreiber und auf der anderen Seite die SEOs stehen.

    Der Artikel bezieht sich auf die Auswirkungen, weniger auf die Ursachen. Jeder Webseitenbetreiber möchte seinen Teil vom Kuchen abhaben, weil das Internet ja nur auf ihn mit seiner Website gewartet hat. Schafft er es aus Unerfahrenheit oder Zeitmangel nicht alleine seine Webseiten zu pushen, werden diese Aufgaben ausgelagert und mehr oder weniger professionelle SEOs beauftragt. Doch die ersten drei Plätze zu einer Suchanfrage können nun einmal von nicht mehr als 3 Seiten belegt werden, ähnlich wie bei den Plätzen auf dem Siegertreppchen nach einem sportlichen Wettkampf. Nur wo es um Geld oder ähnliche Anreize geht, da bleibt die sportliche Fairness zuweilen auf der Strecke, so dass beim Sport gedopt und im Web gepusht wird.

    Ein Zuschauer möchte zwar stetig neue sportliche Höchstleistungen sehen, doch wohl nur die wenigsten Zuschauer möchten, dass dabei Doping im Spiel ist, um zweitklassige Sportler aufs Siegertreppchen zu bringen. Ein User im Web möchte ebenfalls, dass er die Seiten mit dem treffendsten Content auf den ersten Plätzen in den Suchergebnissen findet und nicht zweitklassige Seiten, die nur gepusht wurden. Ein guter SEO sollte aus diesem Grund seine Kunden darauf verweisen, dass es zwar nicht ohne Optimierung geht, der Schwerpunkt jedoch auf einmaligen Content liegt.

    Unter einmaligen Content ist in diesem Zusammenhang kein gespinnter “unique content” zu verstehen, da gespinnter “unique content” zwar vom Wortgefüge einmalig sein mag, jedoch nicht vom Inhalt. Einmaliger könnte Content hingegen dadurch entstehen, dass eigene Gedanken mit ins Thema einfließen oder bei sachlich neutralen Artikeln die Recherche sich nicht nur aufs Internet begrenzt, sondern auch das eine oder andere Buch gewälzt wird. Das mag ein wenig aufwendig erscheinen, die User werden es jedoch dankend zu schätzen wissen, wodurch die Verweildauer zunehmen könnte.

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