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Aufschieberitis bekämpfen – Wie man lästige Ablenkungen vermeidet

Eigentlich wollte ich ein Buch lesen, doch stattdessen habe ich kurz bei Youtube reingeschaut und anschließend die neuesten Schlagzeilen gelesen und daraufhin ein wenig Musik gehört. Bevor ich anfangen konnte zu lesen, waren zwei Stunden vorüber und ich musste zu einem Termin – das Lesen musste für heute ausfallen. Anschließend habe ich mit die Frage folgende Frage gestellt:

Warum verfallen wir Menschen einer Ablenkung so leicht und warum lassen wir uns so gerne unterhalten?

Du kennst das bestimmt: Du weißt genau, dass du an einem Projekt weiterarbeiten oder joggen solltest, aber irgendwie willst du nicht richtig und suchst nach Ablenkungen, um die Sache möglichst lange hinauszuschieben. Du willst nur kurz ein Lied auf dem Ipod hören oder ein lustiges Video auf Youtube anschauen. Daran ist nichts auszusetzen. Niemand kann sich die ganze Arbeitszeit lang konzentrieren und braucht nunmal etwas Abwechslung. Das Problem ist nur, dass aus einem Song oder einem Video meistens mehrere werden und du eine Stunde später bemerkst, dass du nichts geleistet hast.

Du weißt genau, dass die Aufgabe, die du dir vorgenommen hast, gut für dich ist und in der Zukunft Früchte tragen wird, aber dennoch sabotierst du dich selbst und lässt den inneren Schweinehund gewinnen. Für dieses Verhalten gibt es meiner Meinung nach verschiedene Gründe, die ich anführen möchte. Anschließend erfährst du welche Möglichkeiten es gibt dagegen etwas zu tun.

Es gibt unzählige Ablenkungen in unserer Welt

Wenn man sein Emailpostfach kontrolliert, sieht man Schlagzeilen auf der Startseite von gmx.de oder web.de, die dich möglichst lange auf der Seite halten sollen. Wenn du ein Videoportal besuchst, wirst du von einer Flut von interessanten und witzigen Videos getroffen und auch auf dem Mobiltelefon gibt es unzählige Ablenkungen, die es auf deine Aufmerksamkeit abgesehen haben.

Von allen Seiten wirst du mit Informationen, Leuchtreklamen und Bannern bombardiert. Im Internet ist der Effekt noch viel stärker als beim Fernseher oder Radio, weil es dort einen geregelten Ablauf gibt und du dich in einem Augenblick auf eine Sache konzentrieren kannst. Beim TV siehst du nur eine Szene und beim Radio hörst du nur einen Satz zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bei Nachrichtensendern sieht es etwas anders aus, denn dort kommen die Informationen von mehreren Bereichen (Börsenticker, Nachrichtenticker, normales Programm).

Im Internet ist es noch viel komplizierter, denn dort siehst du nicht 3 Nachrichten zur selben Zeit, sondern dutzende. Du möchtest auf 10 verschiedene Dinge zur gleichen Zeit klicken und die Gefahr ist groß, dass du dich verirrst.

Menschen lieben es unterhalten zu werden

Schon die Könige im Mittelalter wussten es zu schätzen am Hof von Akrobaten und Tänzerinnen unterhalten zu werden. Es ist sehr angenehm sich zurückzulehnen zu können und Videos oder Fernsehen zu schauen und zu entspannen. Wir sind Menschen und haben gerne Spaß – es ist ein natürliches Bedürfnis sich unterhalten zu lassen. Eine der besten Alternativen, wenn man zuhause allein ist, ist nunmal den Fernseher einzuschalten, zu zocken oder sich im Internet über Star Wars Kids lustig zu machen.

Außerdem lachen wir gerne und über einen Mangel an Material können wir uns wirklich nicht beklagen. Eine ganze Industrie hat es sich zur Aufgabe gemacht uns zu unterhalten, zum Lachen zu bringen und im Sofa vor dem Bildschirm zu halten. Und schließlich müssen wir dieses unglaubliche Angebot doch auch ausnutzen, oder? Wozu haben wir denn sonst Kabelfernsehen und eine DSL-Verbindung?

Mangel an Disziplin

Es gibt Zeiten, wenn wir sehr diszipliniert sind und Zeiten, in denen wir uns gehen lassen. Die wenigsten Menschen können ein hohes Niveau von Selbstdisziplin lange Zeit aufrechterhalten, besonders wenn dich niemand dazu zwingt (Lehrer, Kollegen, Chef, Kinder). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Zeit der geringen Selbstkontrolle vor allem abends und vor dem Schlafengehen auftritt. Vielleicht sind wir ja durch das Fernsehen mehr beeinflusst worden als wir glauben, oder ist es Zufall, dass wir um 20.15 Uhr in der Stimmung für Fernsehen sind? Hinzu kommt die natürliche Dunkelheit nachdem die Sonne untergegangen ist.

Die Fähigkeit einfach anzufangen, ohne langes Planen und Überlegen, ist auch eine Form von Disziplin, denn sobald wir uns dazu bringen loszulegen, geht der Rest meistens wie von alleine. Hinzu kommt unsere innere Stimme (= innerer Schweinehund), die uns einredet nur kurz nachzusehen. Wenn wir ein Projekt beenden sollten, sagt sie: “Ein kurzes, lustiges Video im Internet wird dich entspannen. Gönn’ dir doch mal etwas!” Wenn wir eine Diät einhalten wollen, sagt dieselbe Stimme möglicherweise: “Es ist doch nur ein Keks. Ein kleines Stück hat noch niemandem geschadet.” Das Problem ist jedoch nicht der erste Bissen oder die erste kleine Ablenkung, sondern, dass danach meistens viele weitere folgen.

Diese Stimme in uns versucht uns ständig zu verführen und in die Irre zu führen. Es ist wie in den Zeichentrickfilmen, die wir aus der Kindheit kennen. Ein kleiner Engel sitzt auf der rechten Schulter und sagt uns, dass wir uns an die Arbeit machen sollen. Auf der anderen Schulter sitzt ein kleiner, roter Teufel, der uns ständig einredet uns gehen zu lassen und den einfachen, angenehmen und faulen Weg zu gehen. Je nachdem wie oft wir den Engel bzw. Teufel gewinnen lassen, sagt das viel über unsere Selbstdisziplin aus. Leute, bei denen der Teufel den Ton angibt, sind meistens nicht sehr diszipliniert oder erfolgreich.

Wir versuchen wegzurennen

Obwohl wir uns die Verwirklichung unserer Träume sehr wünschen und reich, erfolgreich, glücklich und beliebt sein wollen, zögern wir davor die notwendigen Schritte zu unternehmen. Einerseits haben wir Angst zu versagen, aber erstaunlicherweise fürchten wir uns manchmal auch davor unsere Ziele zu erreichen. Müssen wir dann nicht noch mehr arbeiten, um den Erfolg zu sichern und wozu die ganze Schufterei, wenn wir nicht wirklich wissen, ob es sich lohnt?

Außerdem versuchen die meisten Menschen harter Arbeit aus dem Weg zu gehen. Sie glauben, dass sie langweilig und sehr anstrengend ist und im Gegensatz zu ihrem Wunsch nach Aufregung und Genuß im Leben steht. Ist es nicht erstaunlich wie wir uns selbst im Wege stehen? Wir wollen etwas, aber versuchen den ersten Schritt auszulassen, der zum Ziel führt. Wir wollen gleich zu Schritt 2 kommen und wenn das nicht passiert, sind wir enttäuscht und sehen es nur als weitere Bestätigung an, dass es besser ist sich zu vergnügen und nichts zu tun.

Im Grunde sind wir selbst unser größter Feind. Deshalb ist jemand, der sich selbst besiegt unaufhaltsam und unschlagbar. Doch ganz so einfach ist es auch wieder nicht, denn wir können uns nicht eines Tages selbst bezwingen und die Sache ist für immer erledigt. Vielmehr müssen wir jeden Tag in den Kampf ziehen und wir werden nicht immer siegreich sein, aber wenn wir es sind, gewinnen wir Zuversicht und Stärke und sind für das nächste Mal besser gerüstet.

“Wer andere kennt, ist klug.
Wer sich selbst kennt, ist weise.
Wer andere besiegt, hat Kraft.
Wer sich selbst besiegt, ist stark.”

Laotse

Es ist leichter der Versuchung nachzugeben als hart zu arbeiten bis man vor Müdigkeit einschläft

Es ist viel angenehmer im Internet zu chatten oder sinnlose Videos zu schauen als seinen Trainingsplan einzuhalten oder ein Buch zu lesen. Der Grund dafür ist, dass man weniger Energie für diese Tätigkeiten braucht. Der Körper verbraucht nicht gerne Energie, wenn er nicht muss, und das schließt sowohl physische Bewegung ein als auch geistige Arbeit. Wir folgen gerne der Linie des geringsten Widerstandes.

Das ist wie bei einer Katze, die ständig mit Leckereien gefüttert wird und sich überhaupt nicht bewegen muss. Sie nimmt zu und wird träge. Ein freilebende Katze hingegen ist schlank, schnell und aufmerksam, denn sie muss sich ihre Beute meistens selbst fangen und wer schon einmal eine Maus beobachten konnte, weiß wie schnell sie sind.

Außerdem ist es leichter in der Gegenwart zu bleiben und nicht an die Folgen seiner Handlungen zu denken. Wozu sich über das Morgen Gedanken machen, wenn man jetzt Spaß hat? Dieses ziellose In-den-Tag-hineinleben ist sehr gefährlich und genau das, was dein innerer Schweinehund möchte.

Welche Maßnahmen kannst du unternehmen, um diese schlechte Gewohnheit zu bekämpfen?

Das oben genannten Punkte waren im Großen und Ganzen die Ursachen für Aufschieberitis und deine Unfähigkeit das zu tun, was getan werden muss, um ans Ziel zu gelangen. Wie kannst du also zur schlanken Katze werden, der keine Maus entkommt?

Beschränkung der Medienzeit

Die Zeit, in der wir Zugang zum Internet haben oder wenn der Fernseher läuft, ist potentiell gefährlich, da wir den vielen Einflüssen ausgesetzt sind. Gegen die Ablenkung können wir nichts unternehmen – sie sind immer da. Deshalb sollten wir die tägliche Zeit, in der wir bestimmte Medien benutzen, einschränken. Beispielsweise kannst du dir ein Limit von 4 Stunden beim PC setzen. Nach dieser Zeit wird der Computer ausgeschaltet und erst am nächsten Tag gibt es neue PC-Zeit.

Dadurch wirst du gezwungen deine Arbeit zuerst zu erledigen und dich auf das Wichtige zu konzentrieren. Wenn du die 4 Stunden auf Youtube verbringst, schaffst du deinen Blogbeitrag nicht mehr und hast für heute Pech gehabt. Bei dieser Methode ist es besonders wichtig, dass man diszipliniert bleibt und keine Ausnahmen von der Regel erlaubt. Achte am Anfang darauf die Zeit nicht zu knapp zu bemessen, weil du zu ehrgeizig bist, sondern fang mit kleinen Schritten an. Später kannst du die Zeit nach und nach verringern.

Sehr hilfreich dürfte bei diesem Vorhaben die Kalendermethode sein, wo du für jeden erfolgreichen Tag ein Kreuz im Kalender machst und dich darauf konzentrierst die Kette der Kreuze nicht zu unterbrechen. Die Beschränkung der Medienzeit dient vorrangig dazu den Beschuss mit Informationen und der Unterhaltung zu reduzieren und sie unter Kontrolle zu halten. Das ist vergleichbar mit der Stoßlüftung beim Fenster (alles kommt hinein –> viele Infos/Ablenkungen) und der Kipplüftung (nur eine bestimmte Menge kommt durch –> geregeltes Maß an Informationen).

Du kannst nicht alles nutzen

Auch wenn du 300 TV-Kanäle hast, heißt das noch lange nicht, dass du deshalb länger fernsehen musst als jemand mit 3 Programmen. Eine schnelle Verbindung zum Internet bedeutet nicht, dass du den ganzen Tag Zugang zum Internet haben musst.

So sehr du dich anstrengst, du wirst nicht überall sein können und alle Informationen wahrnehmen können, die interessant für dich sind. Das Schlimme daran ist, dass es wirklich viele gute Inhalte im Internet gibt, viele kostenlose Ebooks, lehrreiche Videos und Onlinekurse, die du nicht nutzen kannst, weil dein Tag zu kurz ist. Es ist einfach zuviel. So sehr du es versuchst, du wirst nicht alles unterbringen können.

Und verabschiede dich von der Vorstellung, du musst immer auf dem Laufenden sein und immer über die Neuigkeiten bescheid wissen. Das versuchen dir vielleicht die Nachrichtendienste einzureden, aber es ist nicht notwendig und produktiv alle News zu kennen. Benutze die Medieninhalte, die dir am besten nützen und die dich im Leben weiterbringen. Sei dir bewusst, dass nur bestimmte Handlungen zu deinem Ziel führen und lasse den Tag nicht an dir vorbeiziehen, während du passiv bleibst.

Wenn du ziellos im Internet surfst, bring einen kleinen Zettel am Monitor an, auf dem steht: “Bringt mich das meinem Ziel näher?” und stell dir diese Frage ständig. Das wird dich wieder auf den richtigen Weg führen.

Ein weitere Maßnahme ist die Installation auf Ihren PC oder der Kauf einer Countdown-Uhr, die die Zeit rückwärts zählt. Wenn du beispielsweise Silvester als Ziel einstellst, dann läuft der Countdown bis zu diesem Tag herunter und zeigt dir jeden Tag an wie lange du noch Zeit hast. Es ist hilfreich das Datum zu nehmen zu dem du dein nächstes Ziel erreichen möchtest. Durch einen solchen Zähler wird man ständig erinnert, dass die Zeit weniger wird und kostbar ist. Du bekommst keine Minute deines Lebens zurück – nutz deshalb deine Zeit so gut du kannst

Disziplin trainieren

Disziplin ist ein Fähigkeit wie Fahrrad fahren oder Tennis spielen und du kannst sie trainieren. Setz dir dazu jeden Tag ein kleines Ziel und halt dich daran. Nimm dir beispielsweise für Dienstag vor nur eine Stunde fernzusehen und halt es ein. Das steigert dein Selbstbewusstsein und beweist dir, dass du doch diszipliniert bist. Ein Erfolgstagebuch, wo du all deine kleinen Erfolge auf dem Weg zu mehr Selbstdisziplin einträgst, ist auch sinnvoll, weil du damit deine Leistung messen und vergleichen kannst.

Da die Selbstdisziplin besonders nachts abnimmt, solltest du versuchen früher schlafen zu gehen. Außerdem sind Routineabläufe sehr gut, um die Disziplin zu verbessern, weil sie nach einer Weile zur Gewohnheit werden und gute Gewohnheiten sind dein stärkster Verbündeter gegen den inneren Schweinehund. Ein Beispiel ist sich anzugewöhnen nach dem Aufwachen am Morgen eine Stunde konzentriert und ohne Ablenkungen (nein, auch keine Musik im Hintergrund 😉 ) zu arbeiten.

“Alle Kunst praktischer Erfolge besteht darin,
alle Kraft zu jeder Zeit auf einen Punkt –
auf den wichtigsten – zu konzentrieren.”

Ferdinand Lassalle

Besieg den inneren Schweinehund

Deine stärkste und effektivste Waffe gegen ihn ist sofortige Handlung. Gib dem Engel und dem Teufel auf deinen Schultern erst gar keine Zeit eine Diskussion zu beginnen, denn der kleine Teufel scheint schlauer zu sein. Je länger er redet und je mehr Zeit du mit Nichtstun verbringst, desto größer werden seine Chancen zu gewinnen. Er versucht auf Zeit zu spielen, denn je länger du zuhörst, umso mehr Zeit vergeht und Zeit, in der du nicht handelst, geht auf sein Punktekonto.

Sobald du merkst, dass sich die Stimme in deinem Kopf wieder meldet, fang an etwas zu tun. Falls die Stimme dich zu einem Keks überreden will, geh weg. Will sie, dass du ein Video im Internet ansiehst, nimm ein Buch zur Hand und fang an zu lesen. Sag einfach “TU ES JETZT!” oder “JUST DO IT!” und mach dich an die Arbeit. Wenn du angefangen hast wirst du dich viel besser fühlen und froh sein, dass du diszipliniert geblieben bist.

Liebe die Arbeit

Deine Arbeit ist dein Freund – nicht dein Feind. Fang an sie zu respektieren und zu schätzen. Ohne harte Arbeit wurde noch kein Unternehmen aufgebaut und kein Popstar geschaffen. Wenn du etwas erreichen willst, musst du dafür arbeiten und bereit sein Opfer zu bringen. Das ist ein universeller Grundsatz, wie der, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Ohne Arbeit gehst du nirgendwohin. Von Nichts kommt Nichts.

Wenn wir den Erfolg anderer Menschen betrachten, sehen wir nur die Spitze des Eisbergs und nicht die vielen Rückschläge und die Arbeit, die dahinter steckt. Wenn die Menschen den Dalai Lama im Fernsehen oder bei Vorträgen sehen, wundern sie sich wie ruhig und gelassen er ist, doch sie vergessen, dass dieser Mann jeden Tag mehrere Stunden meditiert. Andere betrachten die Fähigkeiten von Boris Becker im Fernsehen und meinen, dass er Talent hat und wollen es ihm gleichtun. Doch sie sehen nicht das mühevolle, jahrelange Training und die Opfer auf dem Weg zum Erfolg und bleiben auf ihrer Couch sitzen, weil sie nicht bereit sind an sich zu arbeiten.

Erst musst du die Leistung erbringen, bevor du den Lohn erhalten kannst. Vor der Ernte kommt die Saat und die geduldige Arbeit. Die harte Arbeit ist es, die dir den Aufstieg in eine besseres Leben ermöglicht und dir alle Wünsche erfüllt. Sei mit Spaß an der Sache und finde etwas Gutes an deiner Arbeit. Wenn du dich bemühst und deine Sache gut machst, wird dir die Arbeit auch viel mehr Freude bereiten und mehr Erfolg bringen.

Geh dein Ziel zu

Nimm deinen ganzen Mut zusammen und mach feste Schritte in die Richtung deines Ziels. Halte dir das Endziel immer vor Augen und visualisiere deinen zukünftigen Erfolg. Du musst dich jeden Tag in den Kampf begeben und der Gegner bist du selbst. Sorg dafür, dass du mehr Tage gewinnst als verlierst und dass du deinem Traum jeden Tag ein kleines Stück näher kommst.

Erfolg ist kein Ziel, das man erreicht, sondern ein Weg, den man geht. Im Grunde bleibt man immer auf der Reise und die Hauptaufgabe besteht darin nicht vom Weg abzukommen. Es sind die kleinen Schritte, die sich zu etwas Großem zusammensetzen, das die anderen Menschen sehen, wenn es vollbracht ist. Wenn man einen Marathon läuft muss man viele kleine Schritte machen, doch jeder von ihnen ist bedeutend, denn jeder bringt den Läufer seinem Ziel näher.

Verknüpfe dein Ziel im Geist mit etwas Angenehmen. Spürst du die Begeisterung und die Aufregung, die du hast, während du an deinem Traum arbeitest. Du erledigst nicht irgendeinen Job, sondern erschaffst dein persönliches Meisterwerk – Dein Leben. Es gibt nicht Schöneres als seinen Traum zu leben und ein erfülltes Leben zu führen, doch du musst darauf zugehen, anstatt zu zögern oder dich davor zu fürchten. Das Glück oder der Erfolg wird dich nicht eines Tages überwältigen, wie eine Krankheit oder ein Lottogewinn. Du wirst nicht irgendwann von einer Erfolgsbiene  😉 gestochen, sondern musst es selbst schaffen.

Visualisiere deine Ziele

Dieser Punkt wird von vielen Menschen ausgelassen, weil er scheinbar keine Wirkung zeigt. Mach bitte nicht den gleichen Fehler. Damit deine Visualisierungen wirken, müssen sie unzählige Male wiederholt werden. Erst nach und nach werden sie vom Unterbewusstsein aufgenommen und dort verankert. Das ist wie bei der Werbung. Wenn du  tausendmal im Fernsehen und auf Reklametafeln siehst, dass eine Zahnpasta die Beste ist, glaubst du es irgendwann auch. Genauso musst du deine persönliche Werbung von deinem Traumleben immer wieder wiederholen.

Dein Unterbewusstsein ist wie ein großer, mächtiger Riese, der in dir schlummert, doch das Problem ist, dass dieser Riese sehr dumm ist und viele Wiederholungen braucht bis er etwas verstanden hat und danach handelt. Wenn er es letztendlich gelernt hat, ist er ein fanatischer Arbeiter und durch seine Stärke fällt ihm keine Aufgabe schwer. Aus diesem Grund funktioniert Werbung und du solltest dir deinen persönlichen Werbespot von deinem Traumleben ausdenken und ihn ständig wiederholen.

Ein weiteres wichtiges Mittel, um dein Unterbewusstsein in die gewünschte Richtung zu lenken, sind Affirmationen. Dabei stellst du dich am besten vor einen großen Spiegel und sagst laut deine Erfolgssätze, wie “Ich werde es schaffen!” oder “In einem Jahr macht mein Unternehmen 1 Million Umsatz und ich werde über meine Kritiker lachen.” Es müssen einfach positive Sätze sein, die dich motivieren (nicht das, was du nicht willst!). Die Macht von Affirmationen, die durch jahrelange Benutzung entsteht, lässt sich am besten am Beispiel der Religionen illustrieren.

Hast du dich schon einmal gefragt, warum alle großen Religionen Gebete enthalten? Durch ständige Wiederholung stärken die Anhänger ihren Glauben und werden jeden Tag daran erinnert, das Richtige zu tun. Selbst wenn es nur ein wöchentlicher Besuch in der Kirche am Sonntag ist, hat er doch über Jahre hinweg eine große Wirkung. Genauso ist es im Islam. Dort beten die Gläubigen fünfmal am Tag, indem sie die gleichen Sätze wieder und wieder sagen. Jemand, der schon als Kind religiös erzogen wird, entwickelt sich entsprechend als Erwachsener und behält seinen Glauben meistens bei. Es spielt keine Rolle, ob du täglich ein Gebet sprichst, doch vergiss die Affirmationen nicht, denn sie sind dein persönliches Gebet. Durch sie lernst du dich aufs Ziel zu konzentrieren und nicht aufzugeben.

Wechsel die Umgebung

Oft ist ein Ortswechseln ein geeignetes Mittel, um sich konzentrieren zu können und seine wichtigen Aufgaben zu erledigen. Geh beispielsweise in die öffentliche Bücherei an einem sonnigen Tag, wenn es wenige Besucher gibt, und arbeite 6 Stunden oder mehr dort. Du wirst sehen wie viel du schaffen wirst. Es gibt sogar inzwischen Universitätsbibliotheken, die Sonntags geöffnet haben. Du wirst keinen besseren Ort finden, um einen guten Blogbeitrag zu schreiben oder ein Buch zu lesen.

Eine weitere Möglichkeit ist in einen Park zu gehen, noch ruhiger ist es im Wald. Nimm nur das mit, was du wirklich brauchst und setzt dir ein bestimmtes Ziel, das du an diesem Tag erreichen willst. Und, nein, das Handy und der Ipod sind im Wald nicht notwendig 🙂 . Eine ausgefallenere Variante hat sich angeblich ein Erfinder zur Gewohnheit gemacht. Wenn er bei einem Problem nicht weiterkam oder eine Aufgabe zu lösen hatte, schloss er sich in einem winzigen Zimmer ein, das nur eine Lampe, einen Tisch, einen Stuhl und einen Notizblock enthielt. Dort blieb er solange bis er die Lösung des Problems hatte.

Das ist eine ziemliche radikale Maßnahme, aber der Rückzug aus der alltäglichen Umgebung kann oft neue Energie verleihen und zu mehr Produktivität führen. Der große Vorteil ist, dass alle Ablenkungen zuhause bleiben und dich niemand stören kann.

“Es ist manchmal ein gutes Mittel,
die notwendige Einsamkeit zu sichern,
damit man sich auf etwas konzentrieren kann,
was man tiefer erforschen will.”

Vincent van Gogh

Keine Pause

Dieser Punkt ist kontrovers. Die Anhänger der Pausentheorie, welche die Mehrheit darstellen, glauben, dass man regelmäßige Pausen einlegen sollte, um effektiv arbeiten zu können. Sie schlagen eine kleine Pause alle 15 Minuten vor und spätestens nach einer Stunde eine Pause von 10 Minuten. Die Anhänger der Wer-stillsteht-verliert-Theorie sehen Pausen als Produktivitätsbremse an und bevorzugen das Arbeiten von mehreren Stunden ohne jegliche Pause.

Beide Theorien haben Vor- und Nachteile. Meiner Erfahrung nach ist man viel anfälliger für Ablenkungen, wenn man ständig kleine Pausen macht und immer wieder aufsteht. Deshalb ziehe ich meistens das konzentrierte Arbeiten über Stunden hinweg vor und mache anschließend eine lange Pause. In nur 4 Stunden kann man oft soviel erledigen, dass man sich den Rest des Tages freinehmen kann. Das Problem mit kleinen Pausen ist, dass sie den Geist vom Thema ablenken und Raum für neue Gedanken und Einfälle bieten. Und was denkt man, wenn man kurz eine Pause zum Entspannen einhält? “Soll ich kurz ein lustiges Video auf Youtube anschauen in den fünf Minuten?”

Es hängt von den persönlichen Vorlieben ab, aber oft ist es so, dass man nicht mehr zu einer Aufgabe zurückkehrt, wenn man die Arbeit daran einmal unterbricht.

“Das Aufschieben wichtiger Geschäfte
ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.”

Georg Christoph Lichtenberg

 

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